Guter Markt, böser Markt

Erst kommt das Fressen, dann die Moral?
Marktwirtschaft hat mit Moral nichts zu tun? Vergessen Sie’s! Alle
ökonomischen Diskurse sind immer auch Moraldebatten. Eine kleine
Geschichte von Markt und Moral.
Datum, Oktober 2014

Vordergründung
scheinen sich Anhänger und Kritiker der Märkte und ihrer Mechanismen
einig zu sein: Moral ist keine Kategorie, die auf Märkten eine besondere
Relevanz hat. Märkte seien nicht moralisch, aber eben effizient, sagen
die Anhänger, wohingegen die Kritiker kontern, die moralische
Neutralität von Märkten legitimiere unmoralische Resultate. Doch Märkte
und Moral sind enger verbunden, als es ein oberflächlicher Blick glauben
macht.  

Nehmen wir nur als aktuelles Beispiel den jüngsten
Staatsbankrott Argentiniens oder davor Staatsschuldenkrise und
Schuldenschnitt Griechenlands. Da wird etwa gesagt: Schulden muss man
zurückzahlen, dies sei eine Pflicht, ja eine Ehrensache. Andererseits
wird argumentiert, dass Gläubiger, die einem Staat Geld leihen, doch
genau jene Wette eingehen, die man im Kapitalismus „Investorenrisiko“
nennt, wofür sie ja eben auch mit Zinsen bezahlt werden. Außerdem hätten
manche Gläubiger mehr moralischen Anspruch, manche weniger: Hedgefonds,
die Schuldpapiere in Hoffnung auf exorbitante Gewinne zu Dumpingpreisen
aufkaufen, hätten eben einen viel geringeren moralischen Anspruch als
die ursprünglichen Käufer von Staatsanleihen.

Wer früher seine
Schulden nicht bedienen konnte, kam in den Schuldturm. Er war nicht nur
pleite, sondern auch moralisch bankrott (welch eine schöne
Redewendung!). Doch recht schnell hatte man heraußen, dass das
eigentlich eine ziemlich kontraproduktive Vorgehensweise ist. Der
Schuldner war total ruiniert und kam nie mehr auf die Beine. Er konnte
nichts mehr Produktives zum Gemeinwesen beitragen. Und seine Gläubiger
sahen keinen Heller. Deshalb erfand man das schöne Instrument der
Insolvenz. Wer insolvent und entschuldet ist, darf hinterher
weitermachen – sei es ein Privater, sei es ein Unternehmen. Man sieht
allein an diesem Exempel, wie sehr sich das Verhältnis von Markt, Schuld
und Moral verkompliziert hat.

Die verbreitete Annahme von der
A-Moralität, mithin also von der moralischen Neutralität von
Marktvorgängen steckt auch unübersehbar in der Redewendung von der
„Moralisierung der Märkte“, die in den vergangenen Jahren modern wurde,
womit der Trend zum „politisch-korrekten“ Konsum gemeint ist: die
Vorstellung, man könne schon durch bloßes Einkaufen Gutes tun, sofern
man nur Fair-Trade-Produkte kauft, Kühlschränke mit Öko-Gütesiegel oder
Eier von glücklichen Hühnern. „Moralisierung von Märkten“ hat als
Begriff aber natürlich nur einen Sinn, wenn man davon ausgeht, dass
etwas, das bisher nicht moralisiert war, nun zunehmend moralisiert
werde.

Auch diese Formel übersieht, dass schon seit jeher die
Rhetorik und die Vorstellung von Märkten stark moralisiert ist. Ja, die
Marktideologie selbst ist eine Art von Morallehre. Das beginnt bei den
Vorstellungsreihen, dass derjenige, der auf Märkten seinem
individuellen, egoistischen Eigennutz folgt – also, in moralischer
Hinsicht, einem Laster frönt -, damit ohne es zu wollen ein tugendhaftes
Resultat herbeiführt: Wo alle ihren Eigennutz maximieren, werden wir
alle zusammen reicher. Das ist ja schließlich das Basispostulat des
Marktes als Idee, beginnend mit der berühmten Bienenfabel Mandevilles
aus dem frühen 18. Jahrhundert, eine allegorische Beschreibung, wie in
dezentralen Märkten „private Laster“ in „öffentliche Vorteile“
umschlagen. Später dann zeigte Adam Smith, dass wir nicht der
altruistischen Hilfsbereitschaft des Bäckers verdanken, dass wir morgens
ofenwarme Brötchen erhalten, sondern dessen Gewinnstreben. Gut so:
Müssten wir auf seine Freundlichkeit bauen, wäre der Laden morgens wohl
häufiger geschlossen und die Regale stünden leer, wenn der Bäcker keine
Lust zum backen hat.


Aber genau das ist ja eine Morallehre eigener Art: Wer sich besonders fies und egoistisch verhält (also etwas Lasterhaftes tut), der fördert öffentliche Tugend (nämlich allgemeinen Wohlstand), während umgekehrt der, der sich privat tugendhaft verhält (etwa, indem er seine Gier zügelt), gar nichts Gutes tut, sondern letztendlich allen schadet.

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Gerade eben haben die Sozialphilosophin Lisa Herzog und ihr Kollege Axel Honneth einen ziegeldicken Reader herausgebracht („Der Wert des Martes“), in dem Basistexte zum Marktdiskurs aus drei Jahrhunderten gesammelt sind. Schier alle sind dabei: Mandeville, Smith, die Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek und Milton Friedman, Karl Marx und Rosa Luxemburg, Karl Polanyi und der zeitgenössische Linksradikale Michael Albert, Amartya Sen, Samuel Bowles und viele mehr. Beim Nachdenken über Märkte ging es immer schon um Grundlegenderes als um ein System zur Allokation von Gütern, Kapital und Arbeitskraft, sondern um grundlegendere Werte.

Bleiben wir noch einen Augenblick bei den Wert-Begründungen der Pro-Markt-Fraktion. Was sind deren Kernpostulate, abseits der erwähnten Theorie, dass auf Märkten private Laster in allgemeinen Nutzen umschlagen? Erstens, natürlich: Märkte führen zu optimalen ökonomischen Ergebnissen, jedenfalls relativ, also im Vergleich zu allen anderen denkbaren Allokationssystemen. Zweitens: Märkte seien eine demokratische Veranstaltung. Markt ist Freiheit. Jeder tut was er will, folgt seinen persönlichen Präferenzen, und es summiert sich zu einem geformten Ergebnis. Unzählige freie Marktakteure interagieren, die – theoretisch – gleich viel Macht haben, und daraus entstehen die kompliziertesten Maschinen und die komplexesten Lieferungs-, Handels- und Logistikabläufe. Man stelle sich nur vor, das ganze würde auf Plan- oder gar auf Befehls-und-Gehorsam-Systemen beruhen: Es wäre viel undemokratischer und außerdem kaum machbar. Das Wunder des kapitalistischen Marktes bestehe also darin, dass er eine Struktur, die viel zu komplex ist, um planbar zu sein, aus seiner chaotischen Eigenbewegung heraus schafft. Märkte seien drittens auch inhärent „gerecht“, nicht weil sie zu einer Gleichverteilung führen, aber weil die Ungleichverteilung durch einen subjektlosen Mechanismus herbeigeführt wird. Wenn einer im Lotto mehr gewinnt als der andere, dann ist das nicht ungerecht, sondern ein Zufall, würde aber statt des Zufalls ein Minister der einen Person mehr zuschanzen als der anderen, dann wäre das sehr wohl ungerecht. Man müsse schon zugeben, dass man Marktergebnisse als ungerecht bezeichnen müsste, „wenn sie das Resultat einer absichtlichen Zuteilung an bestimmte Leute wären“, formulierte etwas der Marktprophet Hayek. Da sie das aber nicht seien, ist alles okay. Dies und eine Reihe weiterer Postulate summierten sich zu dem, was man die Morallehre der Marktaffirmation nennen könnte.

Aber auch die Kritik am Marktmechanismus geht – neben der ökonomischen Erwägungen – immer implizit von moralischen Begründungen aus. Der Markt reduziere alles auf die nackte, bare Zahlung, entfremde den Menschen von seinen Produkten, Verdingliche alles und jeden. Aber der Markt funktioniere auch ganz anders, als es sich in den schönen Fabeln der Marktadoranten darstelle. Wo sie sich eine letztlich egalitäre Begegnung freier Marktakteure zusammenfabulieren regiere stattdessen das Gesetz des Stärkeren. Die Marktwirtschaft ist eine Machtwirtschaft. Märkte sind nicht demokratisch, sondern neigen dazu, ungleiche Wirtschaftsmacht noch ungleicher zu machen. Kurzum: Der real existierende Kapitalismus habe mit den schönen Modellen der Marktadoranten wenig gemein. Dies ist aber ein ökonomisches Argument mit einem unüberhörbaren moralischen Kern, wird nicht nur von Linken, sondern etwa auch von der liberal-konservativen Schule des „Ordoliberalismus“ vorgebracht und wurde unlängst, beispielsweise, vom grünen deutschen Finanzpolitiker Gerhard Schick revitalisiert: „Wachsende Konzerne verschaffen sich nach und nach Vorteile, die ein kleines Unternehmen mit Leistung nicht mehr aufholen kann… Big Business fürchtet deswegen einen funktionierenden Markt genauso wie einen funktionierenden Staat, der Regeln zu Begrenzung wirtschaftlicher Macht setzt.“

Der Kapitalismus ist also weit davon entfernt, unserem Bild vom fairen Markt zu entsprechen, und ebenso ist auch die Allokation weit davon entfernt, effizient zu sein. Die Marktidee hat den Kartoffelmarkt am Dorfplatz als Idealbild. Dieses Idealbild kongruiert allenfalls noch mit anderen Gütermärkten (und schon mit den Komplexeren nicht wirklich), aber keineswegs mit Arbeitsmärkten oder Kapitalmärkten. Es wird so getan, als ob „der Begriff ‚Markt‘ etwas so Offensichtliches beschreiben würde wie der Begriff ‚Hund‘. Aber das tut er nicht“, formuliert Samuel Bowles.

Gute Resultate können Märkte ohnehin nur haben, wo mit einerseits beschränkten, andererseits elastischen Ressourcen operiert wird, also etwa steigende Nachfrage zu steigenden Preisen und damit wieder zu einer gebremsten Nachfrage führt (das Angebot nicht beliebig erweitert, aber reduziert werden kann) – ein Mechanismus, der aber auf Kapitalmärkten gar nicht wirkt, weshalb hier Herdentrieb und Hysterie, sich selbstverstärkender Boom und Bust herrschen. Der Kapitalmarkt infiziert damit aber auch alle anderen Märkte: Wenn Banken Immobilienfirmen Kredit geben, um Häuser zu bauen, und hinterher privaten Haushalten einen Kredit geben, damit sie die Häuser kaufen können (und die Kreditvergabe von fiktiven Bewertungen in den Büchern der Bank abhängt) – ist das dann noch „freier Markt“ und Spiel von Angebot und Nachfrage oder eher manipuliertes Angebot und manipulierte Nachfrage?

Die Bewertungen, die Märkte „vornehmen“, haben auch nichts mit gesellschaftlichem Nutzen zu tun. Auf Märkten „bewertet man die Leistung eines Schönheitschirurgen, der die Nasen von Hollywoodstars umformt, höher als die eines Familienarztes, der armen Bauernkindern das Leben rettet“ (Michael Albert). Auf realen Märkten profitiert man nicht nur davon, wenn man, wie Smith‘ Bäcker, anderen von Nutzen ist, man profitiert häufig noch mehr, wenn man andere hereinlegt.

Oder besser: Das ist eben von Markt zu Markt unterschiedlich. Märkte können Moral stützen – oder auch das Gegenteil. Ein Fleischer tut gut daran, seine Kunden nicht zu betrügen, wenn er ihnen auch morgen noch ein Steak verkaufen will. Für ein Versicherungsunternehmen das Lebensversicherungen verkauft, gilt das schon weniger – zwar lebt es auch vom „Vertrauen“, doch wenn es uns übervorteilt, wird uns das oft erst in zwanzig Jahren klar, wenn überhaupt.

Märkte funktionieren, so sie denn funktionieren, nur mit marktgängigen Produkten. Was sich aber nicht eignet, am Markt gehandelt zu werden, verkümmert auf Märkten. Viel Energie wird darin gesteckt, Zahnstocher in den verschiedensten Farben und Formen zu entwickeln, Kollektivgüter (wie zb. eine „solidarische Gemeinschaft“, die sich nicht zum Produkt machen und verkaufen lässt), verkümmern. Konkurrenzverhalten wird belohnt, Kooperation jedoch bestraft. Aber das
heißt auch: Wir können auf Märkten nur wählen, was die Märkte anbieten. Was sich nicht vermarkten lässt, ist nicht zu haben. Wer aber sagt denn, dass wir nicht anders wählen würden, wenn wir könnten?  

Schlimmer noch: Bestimmte Kollektivgüter, die Märkte nicht produzieren können, werden aber doch zum Produkt gemacht und dadurch ruiniert. Nehmen wir nur, beispielsweise, Stadtquartiere mit dem seltsamen Zauber, den man üblicherweise „urbanes Stadtleben“ nennt. Dieser Zauber wird von der kreativen Mischung der Anwohner erschaffen, und wenn ein Viertel dann hip ist, kommen die Immobilieninvestoren und leiten das Kollektivgut auf die Mühlen ihrer privaten Aneignung. Wo früher Twentysomethings am Straßenrand saßen und Bier tranken, dominieren jetzt vielleicht Garagen für fette Mercedes. Das Gemeingut ist nicht nur privatisiert, es ist buchstäblicher „Zerstörung durch private Interessen“ (David Harvey) zum Opfer gefallen.

Kurzum: Märkte produzieren so etwas nicht nur nicht, sie machen es sogar kaputt. Die These, dass Märkte alles auf effiziente Weise produzieren, kann man also überhaupt nur halten, solange man sich mit einer Art Tunnelblick nur auf das konzentriert, was sie produzieren.

Die Markttheorie arbeitet auch mit Hypothesen, an die sie selbst nicht glaubt: Etwa mit der Hypothese vom Homo Oeconomicus, also der Vorstellung, jeder würde immer nur seinem Eigennutz folgen und seine reine materielle Wohlfahrt maximieren wollen. Jeder weiß, dass dieser Homo Economicus in freier Wildbahn nicht vorkommt, oder allenfalls unter koksenden Wall-Street-Bankern und neoliberalen Zeitungskolumnisten. Dieser egoistische Mensch wird als abstrakte Annahme gewählt, obwohl, wie Amartya Sen formuliert, „sie nicht nur in Einzelheiten ungenau, sondern grundsätzlich falsch“ ist. Post faktum sagt man dann, jede Marktentscheidung des zu diesem Karikatur verunstalteten realen Menschen folge seinen „Präferenzen“, was unterstellt, was es erst zu beweisen gelte. Denn was genau in diese Präferenzen eingeht (Streben nach Eigennutz, oder doch moralische Urteilskraft, oder produzierte Wünsche, die die Werbung herstellt oder Reputationsstreben, oder ein Kauf mangels Alternativen…), wird nicht weiter debattiert.

Zudem ist es mehr als fraglich, ob die Selbstsucht immer zu den günstigsten Ergebnissen und nicht zu ungünstigeren Ergebnissen für die meisten führt, als Kooperation führen würde. Mehr noch: Märkte montieren uns um. Der selbstsüchtige Egoist, den die Marktidee unterstellt, wird, wo er denn existiert, von verallgemeinerten Wettbewerbsmärkten erst produziert. So hat „die Art und Weise, wie wir unsere Austauschbeziehungen regeln … Einfluss darauf, was für Menschen wir werden“, formuliert der Ökonom Sam Bowles. Wettbewerbsmärkte sind auch eine „gesellschaftliche Bühne auf der bestimmte Typen der Persönlichkeitsentwicklung belohnt und andere bestraft werden. Indem wir lernen, in so einer Umgebung zu funktionieren, werden wir zu jemandem, der wir unter anderen Umständen nicht geworden wären.“

Da sowohl Anhänger als Kritiker von Wettbewerbsmärkten wichtige Wahrheiten auf ihrer Seite haben, tut man womöglich gut daran, eine Art von „Drittem Weg“ zu denken, der die Stärken von Märkten nützt ohne deren Schwächen zu ignorieren. Niemand würde wollen, dass einfach alles durch Märkte geregelt wird. Wir haben kein Problem damit, dass Computer am Markt gehandelt werden – wer aber will schon, dass kleine Babys gekauft und verkauft werden können? Manche Dinge sollen einfach nicht gekauft werden können, da sind sich ja praktisch alle einig, und in diesen Fällen entstehen auch keine Märkte – oft geht es dabei um Dinge, die wir besonders schätzen, weil (und solange) sie nicht käuflich sind. Aber wo genau die Grenze zu ziehen ist, ist selten eindeutig. Früher galten Lebensversicherungen als anstößig und wurden nicht nachgefragt, weil es als unmoralisch galt, vom Tod eines nahestehenden Menschen zu profitieren. Erst als der Versicherungsabschluss normativ umdefiniert wurde (als verantwortliches Handeln gegenüber Familienangehörigen), setzte sich das Produkt durch. Natürlich behandeln die Versicherer die Menschen als „Ding“, woran man sieht, dass selbst die Verdinglichung nicht immer eine nur schlechte Sache sein muss.

Märkte und Moral kreisen nicht in einem unabhängigen Orbit, sondern stehen in einem unauflöslichen Verhältnis zueinander. Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

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3 Gedanken zu „Guter Markt, böser Markt“

  1. Lieber Robert,
    ich bin Angela Klein, Redakteurin der SoZ aus Köln.
    Ich habe gerade deinen Beitrag über die Hetze der deutschen Presse gg Griechenland in der Gegenblende gelesen. Ich finde ihn ausgezeichnet und würde ihn gern in der kommenden Ausgabe der SoZ nachdrucken. Wärst du damit einverstanden?
    Herzlichen Dank für eine Rückmeldung
    Angela Klein

  2. Die ganze Diskussion um Neukonservative ist le4cherlich. Es handelt sich bei den metisen PI-Lesern nicht im geringsten um Konservative genauso wie Broder nicht konservativ ist. Angst haben diese Leute, aber kann man es ihnen fcbel nehmen?Hinter den genannten Protagonisten eine neue ideologische Strf6mung zu sehen ist einfach nur le4cherlich. Vor 20 Jahren we4ren die Aussagen dieser Menschen noch bei der SPD gut aufgehoben.

  3. Ich denke, da sich eben die Moralität im wesentlichen an Sozialen Normen orientiert, hängt eben das Verständnis dafür was tolerierbar und richtig ist stark von der Majorität der Bevölkerung ab. Das Problem dabei, wie erreicht man einen mehrheitlichen Konsens, wenn dadurch der eigene Wohlstand gefährdet ist. Denn ein gerechter Markt wäre nur durch eine ökonomische Gleichstellung aller Menschen denkbar, dadurch wären Menschen in wirtschaftlich schwächeren Ländern nicht mehr durch Ausbeutung bedroht.

    Warum werden Menschen juristisch grundsätzlich gleichgestellt, jedoch ökonomisch ist es selbstverständlich, dass eine Putzfrau in Indien nicht über denselben Warenkorb verfügt wie eine in Europa.

    Die Märkte brauchen jedoch Konsumenten und Absatzmärkte, somit ist es Vorteilhaft arme Menschen Produkte produzieren zu lassen, die wiederum von anderen Menschen, welche historisch bedingt in wirtschaftlich stärkeren Ländern leben, konsumiert werden. Somit wäre eine Gleichstellung existentiell gefährlich für unser globales Wirtschaftssystem.
    Und komplexe Systeme arbeiten ebenfalls selbsterhaltend.
    Somit besteht kein Grund die Situation zu ändern, insofern die Existenz und der eigene Fortbestand nicht bedroht sind.

    Also die uneingeschränkte Forderung nach einer Ökonomischen Gleichstellung aller Menschen ist eine Prämisse für eine gerechte globale Wirtschaft. (Utopisch? Soziale Systeme folgen keinen natürlichen Gesetzlichkeit wie Bsp-weise in der Physik, dh. es ist nicht notwendigerweise unmöglich sprich möglich, dass tatsächlich alle Menschen gleich gestellt sind)

    Prinzipiell reguliert sich der freie Markt schlecht, obwohl er verspricht selbstregulativ zu sein. Aber Angebot und Nachfrage ergänzen sich zu gut. Denn die Produzenten wollen ihren Profit maximieren und die Konsumenten ihren Konsum maximieren, somit ergibt sich ein positiver Rückkoppelungseffekt der für die notwendige Konjunktur sorgt. Diese Märkte können nicht ins Fließgleichgewicht kommen bei steigender Konsumentenzahl (Bevölkerungszuwachs exponential), wodurch Ressourcen ausgebeutet werden.
    Somit wird eine Regulation erst durch Verknappung denkbar.(endliche Welt)
    Prämisse: Ein stabiles Wirtschaftssystem, dass nicht auf Konjunktur angewiesen ist.

    Zum Wert nicht jedes Ding beziehungsweise Entität ist ökonomisch wertbar. Wer würde seine Niere zu seinem Eigenkapital dazu rechnen? Warum sind dann ökologische Systeme die notwendig sind für ein ökologisches Gleichgewicht trotzdem in dem wirtschaftlichen Prozess involviert?
    Prämisse für eine nachhaltige Wirtschaft: Forderung nach einer Ausgeschlossenheit ökologisch notwendiger Systeme vom wirtschaftlichen Verkehr!!

    Somit ist es keine Frage der Ethik sondern viel eher von Rationalität. Deshalb ist Aufklärung und Prägung der Nachkommen, indem man ihnen durch soziales lernen sinnvolle Werte vermittelt, eine Lösung.

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