Wir sind nicht nur die Stimme der Wütenden, wir sind die Stimme der Hoffnung

Der Rote Planet, meine Kolumne aus der SPEX.

Nach zwei Jahren als linksgewirkter Polit-Kolumnist für das ehrwürdige SPEX verabschiede ich mich an dieser Stelle, der Rote Planet entschwindet in die unendliche Weite des Weltraums, in andere Galaxien. Da muss ich dann natürlich an die Introformel von Raumschiff Enterprise denken, das „neue Welten, neues Leben, neue Zivilisation“ erforschen wollte. Don’t look back.

Zukunft ist ein hochpolitischer Topos. Weil eine positive Zukunftsorientierung an der Wiege der Linken stand, immer schon. Heute mag es Elend geben, aber die Zukunft gehört uns. Heute gibt es Mangel, morgen Überfluss. Heute gibt es ungerechte Verteilung des Mangels, morgen die gerechte Verteilung des Überflusses. „Dem Morgenrot entgegen…“

Ja, klar, es gibt die dauerdepressive Jammerlinke, aber das ist genau das Problem – die wird nie einen Blumentopf gewinnen.

Owen Jones, der britische Blogger, Aktivist und Guardian-Kolumnist – Starautor der britischen Linken -, hat dazu schon im April sehr gescheite Sachen gesagt, um die Labour-Party auf einen bestimmten Ton in der Wahlkampagne zu stimmen. „Was haben Ronald Reagan und Spaniens radikale Podemos Partei gemeinsam?“, schrieb er. „Wenig, mögen sie annehmen. Ersterer war ein dogmatischer Ideologe, der die freien Märkte wüten lassen wollte; die zweiteren sind, teilweise, eine direkte Rebellion gegen dieses Dogma. Aber beide definierten ihre gegensätzlichen Philosophien auf ähnliche Weise: mit Hoffnung, Optimismus und Ermächtigung.“

Reagans Mantra war „Morning in America“. Der Podemos-Anführer Pablo Iglesias sagt: „Wir repräsentieren nicht nur die Stimme der Wütenden, sondern die Stimme der Hoffnung.“ Und fügt hinzu: „Wann war das letzte Mal, dass Ihr mit Hoffnung gewählt habt?“ Barack Obamas atemberaubend schneller Aufstieg vom No-Name zum Präsidenten war ohnehin von der Formel „Hope“ begleitet. Bernie Sanders spielt auf eine ähnlichen Klaviatur. Aber wir können auch in der weiteren Geschichte zurück blicken, etwa der Nachkriegslinken. Progressive Parteien haben nie gewonnen, wenn sie gesagt haben: „Es ist alles so furchtbar. Und es wird wohl noch furchtbarer.“ Sie haben auch nicht gewonnen, wenn sie gesagt haben: „Wählt uns, mit uns wird es langsamer schlechter.“ Sie haben dann gewonnen, wenn es ihnen gelang, den Nebel des Depressiven wegzublasen, wenn sie Hoffnung, Realitätssinn und Selbstermächtigung verbinden konnten. Soll heißen: Hoffnung, dass die Zukunft mehr Chancen bietet. Ein Programm, das nicht illusionär wirkte. Und die Botschaft, dass das gelingt, wenn jeder und jede mitmacht, also aus ihrer und seiner Passivität erwacht. Und wenn sich diese Botschaften in einem Zeitgefühl verdichten: Zusammen können wir eine besser Welt – oder zumindest ein besseres Land – schaffen.

Progressive werden nichts zuwege bringen, wenn sie Klagelaute ausstoßen – sondern wenn sie Hoffnung inspirieren.

Risiken in Möglichkeiten verwandeln. All das ist eine Frage des Framings. Nehmen wir nur die ökonomischen Aussichten in der näheren Zukunft, also in den nächsten 15 Jahren. Wir werden dramatische Umstrukturierungen erleben, Automatisierung, Robotisierung. Im Grunde kann jeder Job, der berechenbar ist, auch durch eine Maschine erledigt werden. Bauarbeiter? Braucht es bald nicht mehr viele, die Roboter, die Ziegel auf Ziegel schlichten sind bereits in Serienproduktion. Gigantische 3-D-Drucker können ganze Häuser und Brücken ausdrucken. Die Hälfte der Ärzte können von Software ersetzt werden, die Diagnosen interpretiert. Software kann Zeitungsartikel schreiben. Die Logistik in Supermärkten und Versandhäusern wie Amazon wird bald völlig automatisiert funktionieren, und die Lieferroboter, die die Waren vor die Haustüre bringen, sind nicht nur erfunden, sie sind ausgereift. Die Frage ist nur mehr, wie eine Gesellschaft unter diesen neuen Umständen organisiert wird. So, dass uns die Automaten die Arbeit wegnehmen, Arbeitslosigkeit weiter steigt, damit die Einkommen aller sinken, und folglich auch noch der Kapitalismus ins Trudeln kommt, weil zwar total tolle Güter produziert werden, aber immer weniger Kaufkraft da ist, sie auch zu konsumieren? Oder schaffen wir das – durch Maschinensteuern und Umverteilung der Gewinne -, diese potentielle Befreiung von dummer Arbeit in reale Befreiung aller zu verwandeln? Das ist doch die Schlüsselfrage unserer Zeit, die übrigens jeder Taxifahrer versteht – weil er weiß, dass er demnächst durch ein selbstfahrendes Auto ersetzt wird.

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Auch hier gilt: Nicht in Angst erstarren. Sondern Pläne schmieden, wie Möglichkeiten und Risiken in eine besser Welt verwandelt werden können.

Und damit sage ich auf optimistische Weise „Tschüss“.

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Ein Gedanke zu „Wir sind nicht nur die Stimme der Wütenden, wir sind die Stimme der Hoffnung“

  1. Sich um das Neueste zu kümmern, ohne Altes in Einigkeit erledigt zu haben, wird die Auffassung vom Neuesten im Streit untergehen lassen.

    Deshalb encore une fois, um das ökonomisch Wesentliche erweitert:

    Hans Tigertaler (Pseudonym, Verzeihung!)
    Nur der Klassenfeind ist kein Rassist
    Marxistische Abrechnung mit der bürgerlichen Scheinlinken
    (Erweiterter Entwurf)

    Widerstand gegen existenzbedrohende Wirtschaftskonkurrenz, soweit nur »gruppenbezogen«, gilt in diesen Zeiten weithin als Rassismus. Unsere sozialwissenschaftlichen Studenten und die bürger-liche Öffentlichkeit sind die Opfer eines Niedergangs der universitären Forschung geworden, in welcher ein korrumpierter Akademismus das Überdecken und Beschweigen selbst vernichtender neoliberaler Marktkonkurrenz mit der gefürchteten Abscheulichkeit des Rassismusverdachts erzwingen soll.

    Rassismus als »gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit» zu definieren, beweist geradezu schlagend den programmatischen Abschied des Bürgertums von der Aufklärung.

    Unabhängig davon, dass den Rassisten solche kleinteilige Differenzierung nach Gruppen immer fremd war – denn sie haben es gleich auf ganze Völker abgesehen – erwächst Rassismus, als Kategorie des Ressentiments, umgekehrt gerade nicht aus der komplizierten Gegnerschaft gegen die Identität solcher Kollektive, sondern stets aus der oktroyierten Zuschreibung genuiner, prinzipiell invarianter, im engeren Sinne biologischer und charakterlicher Eigenschaften, denen eben kein Mitglied dieses Kollektivs – und erst das gilt ja als Rassismus – irgend in seinem Leben entkommen kann. Rassismus ist ein hartnäckiges Überbleibsel vorzivilisatorischen, magischen Denkens.

    Gruppenbezogene Feindlichkeit jedoch gegen Kollektive wegen ihrer Identität oder ihrer politischen Macht (z. B. gegen den Adel, den Klerus, die Faschisten) war in Wahrheit häufig genug absolute Voraussetzung sowie Ferment und Ergebnis des Fortschritts, z.B. der Aufklärung, welche die Schrecken magischen Denkens einst von uns allen in Europa genommen haben. Die summarische negative Adressierung von Gruppen prinzipiell als rassistischen Angriff einzustufen, beweist die intellektuelle und moralische Verkommenheit der Ressentimentjäger und ihres scheinlinken Anhangs.

    Besonders die unteren Klassen und Schichten werden zurzeit von der parfümierten Bourgeoisie und ihrem anarchischen Wurmfortsatz trommelfeuerartig unter Rassismusverdacht gestellt.

    Die soziale Lage der Arbeiterschaft in unseren Ländern ist das Ergebnis allgemeiner Wirtschaftsentwicklung und ihrer sozialen Kämpfe. Dabei musste sich die Unterklasse auch immer wieder jener Mitglieder ihrer eigenen Klasse erwehren, die als Streikbrecher gegen die Kollegen auftraten. Deshalb ist das Misstrauen der Arbeiterschaft gegenüber Immigranten ohne die Unterstellung unzutreffender Vorurteile schon ausreichend aus der zutreffenden Feststellung des möglichen, existenzbedrohlichen Preisverfalls ihrer Arbeitsleistung durch das fremde Überangebot erklärt. Die prinzipielle Solidarität der Arbeiterschaft mit den Immigranten kann also insoweit nur deren eigenen Klassenkämpfen in ihren Ländern gelten, nicht aber schon einer zugereisten Konkurrenz.

    Es ist die Eitelkeit im bourgeoisen Ressentiment, einzig sich selbst Vorurteilsfreiheit zuzugestehen; dabei hatten die Rassisten schon während der Nazizeit gerade in der Industriearbeiterschaft die geringste Anzahl von Anhängern und umgekehrt ihre allertreuesten Förderer bei den heutigen Antirassisten, den gebildeten Bürgerlichen, waren sogar weithin mit ihnen identisch.

    Der Ausländer kann also schon durch seine bloße Gegenwart der potentielle nicht nur, sondern sogar der reale Streikbrecher sein. Zu dieser Einsicht bedarf es keines Vorurteils, sondern bloß des realistischen Wissens um die eigene soziale Lage. Dagegen hat die müßige Einbildung, zu einer besseren Rasse als andere zu gehören, dem Realismus der Arbeiterklasse historisch nachweislich kaum standhalten können. Rassismus war in erster Linie das Rauschgift der bürgerlichen Klasse und ihrer Schichten.

    Übrigens lässt sich schon am Sprachgebrauch der frenetischen Antirassisten erkennen, dass sie selber nur die bloß besser camouflierten Vertreter des Rassismus ihrer Vorväter sind: So gilt ihnen beispielsweise, und sie verkünden es unablässig, der verflossene US-amerikanische Präsident als der erste »schwarze« Präsident der Vereinigten Staaten. Warum nennen sie ihn den (vor)letzen weißen Präsidenten, da er doch zur gleichen Hälfte weiß ist? Offenbar scheint diesen Rassismusjägern noch nicht einmal die rassistische Regel übel aufzustoßen, wonach ein Mulatte, ein schwarz-weißer Mischling, bis in die sechste Generation weißer Nachkommen als Nicht-Weißer, damit als Farbiger, zu gelten hat: Er bleibt in ihren Augen sogar weiterhin ein Schwarzer.

    Der wahre Extremist war nämlich schon immer die Bourgeoisie selbst: Entweder sie errichtet Menschenschlachthäuser oder sie bewinselt unterschiedslos den ganzen Globus, solange es nur ein gutes Geschäft ist. Der empfindsame Einsatz ihrer scheinlinken Mitglieder für das entferntere Schicksal der Flüchtlinge und Migranten ist insofern auch wesentlich dem Stolz auf das Alleinstellungsmerkmal bürgerlicher Gewolltheit geschuldet, das sich polyglott an der natürlichen Vorsicht und dem Misstrauen der einfachen Leute weidet. Die in letzter Zeit massiv nachlassende Hilfsbereitschaft ist der Beweis.

    Gleichwohl gilt in der kapitalistischen Welt nur noch ein einziges Hauptprogramm: Das vom Kapital im Gefolge seiner Metzeleien produzierte billigste Menschenmaterial hat ohne Menschlichkeit oder Mitleid (im Zeitalter der Luftfahrt das survival of the fittest verlustreich auf dem Treck, wie in früheren Jahrhunderten) umstandslos und jederzeit in großer Menge für den beliebigsten Zweck gerade an den hochagglomerierten Orten des Globus bereitzustehen. Freizügigkeit als erpresster menschlicher Wanderungszwang, also kriegerisch erzeugte Unfreiheit, steht nunmehr unverhüllt als höchstes Freiheitsziel moralisch sogar gegen geschriebene Gesetze und vor allen Dingen gegen die gleichmäßige Entwicklung der Länder und Regionen, der wichtigsten Voraussetzung friedlicher Entwicklung. In der Konkurrenzgesellschaft sollen die billigeren Menschen selbst aus entfernteren Weltteilen jederzeit die Wölfe der je hiesigen werden können. Der Weltmarkt als Circus Maximus, in dem die Bevölkerungen in Echtzeit gegeneinander antreten, die Apotheose der kapitalistischen Ausbeutung als Aufhebung des Raumes im Triumph ihrer Zeitökonomie. Kein Schutz mehr, nirgends.

    Die Inhaber des aus den deutschen Exportüberschüssen, also aus der exorbitanten Verschuldung anderer Länder, stammenden vagabundierenden Kapitals entdecken die Humanität als Rettung aus der drohenden Sackgasse der gescheiterten Beggar-my-Neighbour-Politik, und naturgemäß werden die verlangten Gewinne beim Einsatz für das Überleben der Stärksten entfernter Länder den hiesig Schwächsten (nicht bloß, wenn sie keine Rassisten sein wollen) aufgeladen. So verliert die ehrliche und störrische Gesetzestreue der Arbeiterschaft wieder und wieder und ausgerechnet vor der ausgerufenen Menschlichkeit des kriegführenden Kapitals jede moralische Rechtfertigung. Denn das Kapital setzt sich stets ins Recht und das Recht ins Unrecht.

    Illegale Einwanderung im Besonderen zu verteidigen, beweist Kenntnis und Menschlichkeit, sie allgemein zu fördern, verrät Ignoranz und Ausbeutung. Der Mensch ist nur das mechanische Anhängsel seines Passes, sagte Bertolt Brecht; kein Mensch ist illegal, sagte Dschingis Khan. Den Widerspruch zwischen Mensch und Horde aufzulösen, waren die Kommunisten angetreten, doch es ist gelungen, sie zu diskreditieren. Und so glauben heute unsere Enragés der Antifa: Nur noch Dschingis Khan wird was ändern. Wie auch das überschüssige Kapital scheuen sie nicht – legal, illegal, scheißegal – den permanenten Gesetzesbruch. Doch Illegalität bedeutet noch nicht einmal abstrakt Freiheit; in der Realität befördert sie regelmäßig – wie in vielen Ländern zu besichtigen – die Verslumung der Gesellschaft durch den subtraktiven Ausstoß monströsen Extraprofits für die beherrschenden Banden der Ober- und Unterwelt.

    Ideologische Grundlage der totalitären globalen Bevölkerungspolitik der großfeudalen mandatslosen Usurpatoren und ihrer politischen Vollstrecker ist übrigens die abwegige, aber geläufige Rede, Deutschland z. B. brauche Einwanderung. Nicht erst ein Marxist, sondern schon ein bürgerlicher Volkswirtschaftler müsste aus seiner Kreislauftheorie wissen, dass die Aufrechterhaltung eines volkswirtschaftlichen Kreislaufes prinzipiell nie von einer Erhöhung der vorhandenen Population abhängen kann, die ja ihrerseits erhalten werden müsste. Nicht nur das: weder ihre Erhöhung noch eine Verringerung noch die Beibehaltung ihres Umfangs ist überhaupt eine volkswirtschaftliche conditio sine qua non. Dieser elende und unqualifizierte Quatsch, den Menschen täglich von der Politik und bis ins Mark korrupter „Wissenschaft“ serviert, wird auch von unserer eingeschüchterten Linken nicht aufgeklärt.

    Denn die Behauptungen über die Wirkungen der Veränderungen im Verhältnis der erwerbs-tätigen zu den nicht erwerbstätigen Bürgern, darin der sogenannten Überalterung, lassen sich sogar leicht entkräften; volkswirtschaftlich sind sie einzig relevant als abhängige Variablen der Arbeitsproduktivität und schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, erst recht heute und mit ziemlicher Sicherheit auch in Zukunft, unproblematisch. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität in den Industrieländern war stets und evident erheblich größer als die Erhöhung z.B. des Altenquotienten. Seit über hundert Jahren sorgen also die jeweils aktiven Generationen selbst, vor allem durch die technische Steigerung der Produktivität, für weit mehr Potential, als es zu ihrem Ruhestand bedarf; die generelle Wohlstandsmehrung ist der Beweis. Elend und Not zu verbreiten, vermochte allein die Dazwischenkunft von Kriegen. Dass die Deutschen ein demografisches Problem wegen Überalterung hätten, kann deshalb nur als Zusammenspiel allgemeiner Dummheit und besonderer Impertinenz verstanden werden, welcher letzteren die Dämpfung der Lebensansprüche der Bevölkerung das konstitutionelle und fortwährende Bedürfnis ist. Der entgegenstehenden Konkurrenz über den Ausbeutungsgrad menschlicher Arbeit (Lohndruck) wäre allerdings durch internationale Vereinbarungen und Sanktionen abzuhelfen nötig.

    Und so kulminiert zur Zeit die volkswirtschaftliche Expertise herrschender Lehre in blanker Idiotie: Industrielle Populationen können sich nur erhalten durch stetige Blähung: Am Ende liegt die Fortexistenz dieser Länder gar in der unaufhörlichen Erhöhung ihrer Bevölkerungsdichte oder in der gewaltsamen Ausdehnung ihres Territoriums.

    Seit 1980 ist das deutsche BIP pro Kopf fast verdreifacht, gleiche Verteilung auf alle Sektoren unterstellt, wäre also beinahe dreimal so viel zuzumessen, und umgekehrt hat sich nicht entfernt eines der beklagten Mängel in unserem Land in dieser Weise vermehrt. Dennoch gelten die komfortablen Einkommens- und Sozialverhältnisse der damaligen Zeit, die ausnahmslos jedem Menschen ein geregeltes Leben ermöglichten, heute in der Welt der herrschenden Banden als unbezahlbar. Der als »Umbau« von der Regierung Schröder & Fischer verübte Abbau des bei weit geringerer Produktivität über ein halbes Jahrhundert lang ohne weiteres bezahlbaren Sozialstaates stellt den wohl größten Raub der deutschen Geschichte dar: Dagegen waren selbst die Nazis, die Europa ausplünderten, bloß Waisenknaben. Die wirklich einschneidenden Folgen, etwa der dauerhaften Massenarbeitslosigkeit auf die Volkswirtschaft, werden in ihrer Bedeutung verschwiegen; ein Grad dafür, welche sonderbare Art „Wissenschaftler“ inzwischen in den Institutionen der Wissenschaft Platz genommen hat.

    Und so erleben wir, wie unsere Bourgeoisie unablässig die Menschen ideologisch penetrant massiert, um sie auf eine weitere Erhöhung der inzwischen knapp zehnmal höheren Bevölkerungsdichte Deutschlands als jene etwa Schwedens einzustimmen, ohne dass die Linke die bornierte Ratio, die dahintersteckt, öffentlich brandmarkt: nämlich Extraprofit aus zugewanderten Menschen herauszuschinden, insbesondere aber die deutsche Hegemonie in Europa weiter auszubauen: Die Kanzlerin Merkel, intellektuell allenfalls fähig, pünktlich das Parallelogramm der Kräfte zu ziehen, also immer zu tun, was man ihr sagt, folgt mit einer sonst ja widersinnigen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik dem Wunsch, die historisch einigermaßen verpasste Rolle Deutschlands als Imperialist neu einzuüben – selbst auf die sich abzeichnende Gefahr, damit die Hass schürenden Konstellationen im Verhältnis der europäischen Völker zu Deutschland wiederaufleben zu lassen. Ihre sirenenhafte Asylpolitik erfüllt deshalb flankierend das narkotisierende Schauspiel samaritischer Maskerade des hässlichen Deutschen.

    Der höhere Bedarf an Kapital und Personal, der aus der Erhöhung des Exports über das Maß des damit einzig zu bezahlenden erforderlichen Imports erwächst, also aus der sinnlosen Verschuldung anderer Länder, wäre vernünftigerweise in die erforderliche Entwicklung derjenigen Länder in Europa und darüber hinaus zu lenken, in die der bisherige kontraproduktive Exportüberschuss floss. Doch Oberwelt und Unterwelt wachsen zur Zeit im kapitalistischen Krisenmodus zusammen: Profit gilt zunehmend nur, wenn er wie beim Kriminellen sofort anfällt. Deshalb werden wir wie in der Vergangenheit offenen Auges wieder Zustände herbeiführen, die am Ende keiner gewollt haben will und doch niemand mehr steuern kann.

    Die Linke lässt mit ihrer Unterstützung dieses chemisch rein imperialistischen Programms, dieser Lüge von der Notwendigkeit der entwicklungspolitisch reaktionären und gesellschaftspolitisch dissoziierenden Massen-Einwanderungspolitik, das gefährliche ideologische Chaos in der Bevölkerung sich wirksam am Leben erhalten, hilft sogar, es zu verschärfen und damit die eigene Schwächung hinzunehmen. Sie agiert wie jene Mitglieder der grünen, scheinlinken Bourgeoisie, die das schlechte Gewissen ihres ausbeuterischen Lebenswandels mit wetteifernden Klimmzügen auf eine immer noch nächsthöhere Moralwarte verbergen wollen – bis hin zur Absurdität, dem Gipfel der die massenmordenden Wanderungs-Trecks immer wieder befeuernden Heuchelei.

    Die Linke ist inzwischen noch nicht einmal mehr in der Lage, den jedem leicht begreiflich zu machenden einzig ausschlaggebenden Grund letztlich aller kapitalistischen Wirtschaftskrisen in ihren öffentlichen Äußerungen auch immer wieder – und nur ihn! – in den Vordergrund zu stellen, nämlich die periodische und manifeste Überproduktion von Kapital (wo legen wir es bloß noch an, ohne es zu verlieren?) – spiegelbildlich die Unterkonsumtion -, die bei fehlendem Absatz traditionell in das organisierte Verbrechen überzugehen droht. Denn solange Kapital Anlage und Absatz findet, gibt es prinzipiell keine Wirtschaftskrise.

    Statt dieser Wiederaufnahme der allgemeinen Marx’schen Krisentheorie lässt sich die Linke permanent die Themen diktieren und mit nur scheinbar plausiblen einzelwirtschaftlichen Teillogiken ablenken. Die Verzweiflungsakte einer Zentralbank, die auf einen Schelmen anderthalbe setzen muss und noch mehr Geld in die Geldwelt pumpt, weil die Wenigen, die es längst im Übermaß haben, aus Angst vor Verlust nicht in den Kreislauf werfen – ein Heureka würde auch dem einfachsten Gemüt entfahren über die Absurdität einer privatwirtschaftlichen Ordnung, in der ein Köder stets der Köder des Köders eines anderen Köders zu sein hat und die erholsame Pause in der Drehung des Rades der Untergang wäre, ja sogar durch Kriege verhindert werden muss. Doch unsere Linke ist aufgesogen von dieser katastrophischen Art des bürgerlichen Fortschritts.

    Dass die sogenannte Digitalisierung, der weitere progressive Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen, von der Bourgeoisie als ungeheure Gefahr für das Auskommen der Massen vorausgesagt wird, verrät sie als Geisel des eigenen Ausbeutungstriebes und als Warnerin vor sich selbst, die ausgerechnet aus der befreienden Zukunft, in der die Menschen weniger Arbeit zum Selbsterhalt aufwenden müssen, ein Debakel ihnen erwachsen sieht: Es ist dies zugleich, und wir sind die Zeugen, die bis heute hirnloseste Selbsteinschließung dieser verdienstvollen Klasse in die Logik ihrer Geschichte.

    Denn um den Fortschritt menschlicher Arbeit aliquod allen zuteil werden zu lassen, bedürfte es bloß einer Gesellschaft, welche die Versorgung mit den ja nicht selbst verantworteten natürlichen Gütern, den Rohstoffen, ohne markwirtschaftliche Konkurrenz und damit implizit auch ohne deren ultima ratio, den Krieg, vorzunehmen in der Lage ist. Die politische Verfassung solcher Gesellschaften stünde aber in ständiger Gegnerschaft zu ihrer peitschenden Wirtschaftsweise – ein Dilemma, lösbar wahrscheinlich nur durch die Beseitigung dieser Aufgabe selbst, also durch die Aufhebung dieser Produktionsweise.

    Spürbar wird für die arbeitende Bevölkerung darüber hinaus bereits seit längerem in ihrem Wohnumfeld die beschwiegene Verachtung und Bedrohung durch die vom Kapital zur millionenfachen Einwanderung aufgeforderte intransigente religiöse Kultur des Islam.

    So gut wie sämtliche weltanschaulichen Lager aller historischen Zeiten von links bis rechts außerhalb der moslemischen Welt zeigen, einzigartig in der menschlichen Geistesgeschichte, hinsichtlich des Islam ähnlich vernichtende und warnende Kritik. Der Aufklärer Karl Marx hielt sogar, entgegen der heutigen Scheinlinken, die gewaltsame Entfernung dieser bandenmäßig, d.h. mit blutiger Gewalt nach innen und außen zusammengehaltenen religiösen Kultur noch aus dem letzten Winkel Europas (!) für eine »absolute Notwendigkeit« Die in diesem Winkel Europas, dem europäischen Teil der Türkei, lebende islamische Bevölkerung, die in ihrer eingebildeten religiösen Überlegenheit gewohnheitsmäßig und straflos unzählige Verbrechen an den ungläubigen Gewerbetreibenden verübe, von denen sie aber lebe, nannte Marx einen Mob, »mit dem verglichen der Mob des römischen Kaiserreichs eine Versammlung von Weisen und Helden war« (MEW Band 9, Seite 9). Und keineswegs solche relativierende zeithistorische Umstände, sondern die Kultur prinzipiell im Blick schrieb er: »Der Ungläubige ist „harby“, d.h. der Feind. Der Islam (!) ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen« (MEW Band 10, Seite 170).

    Die Internationale Arbeiterbewegung gar rechnete hinsichtlich der Gesellschaften mit patriarchalischen Strukturen den »Kampf« (!) gegen die Ausbreitung des Islam zu den drei wichtigsten Aufgaben der Internationale (Lenin, Werke Band 31, Seite 137). Später erwärmten sich folgerichtig Hitler und Himmler für den Islam und zwar einzig und ausdrücklich wegen seiner Abrichtungskompetenz großer Menschenmassen für den totalen Krieg.

    Von ihrem eigenen Wohlleben sklerotisiert, gehen die Reaktionäre unserer heutigen etablierten Parteien inzwischen sogar so weit, die Religionsfreiheit der Aufklärung in ihr Gegenteil umzudeuten. Jedoch: Nicht die Freiheit der Religion war das Programm der Aufklärung, sondern umgekehrt die Freiheit von der Religion, und zwar ohne Ausnahme sämtlicher ihrer Protagonisten.

    Die imaginäre, u.a. gegen Metternich gerichtete 1001-Nacht-Welt der sensualistischen Orientschwärmerei zwischen Klassik und Romantik nehme ich aus; mit ihrer sehnsüchtigen Beschmunzelung der Sex-Sklavinnen im Harem war sie nicht ernst gemeint, wie z.B. spätere Bemerkungen von Goethe, Heine u.a. zeigen, auch wenn der frühe Vers des jugendlichen Heine, wo man Bücher verbrenne, verbrenne man am Ende auch Menschen, ausdrücklich es am Koran veranschaulicht sehen wollte. Dass die islamischen Interessenvertreter erstaunlicherweise den Dichter bis heute nicht zum Zeugen aufrufen, muss in gänzlichem Unwissen oder in ihrem besonderen Wissen davon gründen, was Heine in Wahrheit vom Inhalt des Koran hielt: wörtlich »Unsinn« (Die Harzreise).

    Lessings viel zitierte Ringparabel verdankt sich dem Beschwichtigungsbedürfnis seiner Zeit gegenüber dem erst Jahrzehnte zurückliegenden Wüten des Islam vor den Toren Wiens: Das wimmernde »Wir sind doch alle Menschen« des überfallenen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation angesichts der pfählenden und raubenden Moslems weicht beim Dichter dem souveränen Angebot: Wir haben doch alle denselben Gott. Der Islam hat bekanntlich dieses Angebot bisher selten und dann ausschließlich verbunden mit aufgesattelten Tributzahlungen der Ungläubigen als Menschen zweiter Klasse angenommen. Goethe wiederum äußerte sich, aus ähnlichem Verständigungsdrang, je nach seinem lückenhaften Kenntnisstand über den Islam widersprüchlich: von ausdrücklich »angewidert« bis ausdrücklich »angezogen« – und beides (»Der ganze Inhalt des Korans, um mit wenigem viel zu sagen, findet sich zu Anfang der zweiten Sura«) hinsichtlich der folgenden, schier endlosen Repetitionen in den koranischen Suren (»grenzenlose Tautologien und Wiederholungen«). Immer wieder angerührt von der zentralen Forderung des Islam nach absoluter Schicksalsergebenheit, ließ er erst sehr spät dann doch die Finger von weiteren ursprünglich geplanten optimistischen Projekten hinsichtlich der islamischen Kultur – »düstre Religionshülle« ohne »jede Aussicht auf reinere Fortschritte« (West-östlicher Divan) -, weil er erkannte, dass aus ihrem unterjochenden Menschenbild für seine Philosophie nichts zu holen war. Dieser große Dichter hat sich in seinem Leben nicht nur einmal vertan: So hielt er seine falsche Farbenlehre sogar für seine allergrößte Leistung.

    Eine soziologische Organisationsbetrachtung der durch den Koran bis ins einzelne bestimmten muslimischen Gemeinschaften ergibt ein einheitliches Bild der konstituierenden, seit über tausend Jahren als unabdingbar stets eingehaltenen Prinzipien:

    1. Männerbündische Verfasstheit
    2. Frauen und Unfreie als käufliches Eigentum
    3. Hierarchische Ordnung mit striktem Gehorsam
    4. Strenger Verhaltenskodex für alle Lebenslagen
    5. Definition der Außenwelt als feindliche Umwelt
    6. Austritt aus der Gemeinschaft nur als Leiche
    7. Außenwelt tributpflichtig oder tot (Geld oder Leben)

    Damit einer Weltreligion nachzusagen, dass die Grundlagen ihrer Weltlichkeit eine komplette Kongruenz mit den Organisationsprinzipien und -zielen des Organisierten Verbrechens aufweisen, mag nur jene erbeben lassen, die diese Religion insgeheim bereits als bedrohliche Gegenwart in unserem Land erfahren; sie dürften sonst allenfalls die Affizierung ihres inwendigen Knigge beklagen.

    Tritt man also heraus aus dem Spiegelkabinett religiöser Ansprüche, wird sofort klar: ein gewöhnlicher ausländischer Verein wäre mit diesen koranischen Satzungsbestandteilen, dem wörtlichen Wort Gottes, in Deutschland niemals zulassungsfähig, weil umstandslos und evident als kriminelle Organisation erkennbar. Es gehört zum Selbsterhaltungswissen aller Gesellschaften, dass sie durch Anerkennung und Legalisierung solch bandenmäßig zusammengehaltener, also fundamentale Zivilisationsprinzipien unterlaufender Organisationen nicht erst in Gefahr gerieten, sondern bereits von vornherein verloren hätten. Weniger Großmäuligkeit, vielmehr der schützende Religionsbutton am mafiotischen closed shop gibt vielen moslemischen Mitbürgern die von uns belächelte Sicherheit, dass Europa dem Islam gehören wird.

    Sein zentraler und innigster Glaubensinhalt, der Djihad, darin der vorgeschriebene gewalttätige Übergriff auf die Nichtgläubigen, ist von den aufnehmenden Gesellschaften ohn Unterlass im Zaum zu halten: Insofern wäre die Gleichberechtigung aller Religionen im säkularen Staat bei Präsenz des Islam prinzipiell und paradox nur dann gewährleistet, wenn einzig er allein permanente Unterdrückung erlitte. Schon dem zum Islam unverbrüchlich zugehörigen Rechtssystem der Scharia dauerhaft jede Geltung zu verweigern, dürfte die umgebenden Gesellschaften früher oder später mit einiger Wahrscheinlichkeit in existentielle Gefahr bringen.

    Die Begriffe von Aufklärung und Fortschritt sind längst vom Finanzkapital [Hilferding, nicht Streicher!] komplett gekapert und auf den Kopf gestellt, denn es ist mit den Repressionskulturen des Islam eigentums- und geschäftsmäßig bis in die Poren verwoben und betreibt nunmehr gegen alle blutige Evidenz programmatisch einen welthistorischen Bruch: Die Durchsetzung der verlangten Freizügigkeit und Ausbreitung dieser Kultur durch ungeheuerliche Verdrehung der entgegenstehenden fundamentalen Prinzipien der europäischen Aufklärung in ausgerechnet ihr Gegenteil, jene der europäischen Reaktion. Um das gewünschte, kriegerisch aufgeschreckte Menschenmaterial wie eimerlose Schmutzlappen hin- und herklatschen zu können, werden dessen und unsere Länder wider alle Vernunft dem Einbruch seit Jahrhunderten überwunden geglaubter Schreckenszeiten in ihren Alltag ausgesetzt.

    Dabei wird mögliche Gegenwehr in programmatischer Infamie mit dem abwegigen Rassismus-vorwurf, einer Verleumdung des Grundmotivs der Aufklärung, der Religionskritik, in Schach ge-halten – und dies ausgerechnet hinsichtlich der einzigen mordende Missionierung bereits in ihren Heiligen Büchern vorschreibenden Religion des Erdballs, für die also im Djihad und expressis verbis Massenmord, Raub, Verstümmelung, Vergewaltigung, Versklavung und Tributabpressung gegenüber den Ungläubigen als ein Höhepunkt der Glaubensausübung gelten.

    Insofern aber kann die vor allem von der westlichen Welt nach den historischen Prinzipien der Reformationsbewegung ersehnte Modernisierung des Islam logisch zwingend nur seiner weiteren Versteinerung Vorschub leisten, denn der zentrale lutherische Reformationsgrundsatz des »sola scriptura« – zurück zur Schrift! – angewandt auf den Islam, materialisiert sich ja zur Zeit gerade im »Islamischen Staat«. Dagegen findet man für die säkularen Gewalttaten der als christlich bezeichneten Länder in ihrer Glaubensschrift, dem Neuen Testament, umgekehrt nicht den Hauch einer Rechtfertigung: Selbst jemand, der einen koranischen Kiosk in ihrer Kirche eröffnete, müsste danach allenfalls fürchten, hinauskomplimentiert zu werden. Die Reformation des Christentums war philologisch gesehen das Einrennen offener Türen – und soll doch laut manchen Historikern einem Drittel der europäischen Bevölkerung das Leben gekostet haben -, während jene des Islam eher der Quadratur des Kreises gleichkäme, nämlich in den höchsten Prinzipien zugleich die Raserei der niedrigsten zu erkennen.

    Eine Umma, eine scheinbar informelle Gemeinschaft, in der jedes einzelne Mitglied einem virtuellen Todeskommando gegen jedes andere Mitglied angehört, sofern es der Apostasie beschuldigt wird, darf als prinzipiell immun nicht nur gegen Assimilation gelten; selbst das Maß an Integration in die fremden Gesellschaften muss aus Selbstschutz einigermaßen im Dunkeln bleiben.

    Es dürfte dies der hauptsächliche Grund sein, weshalb die nach Europa eingewanderten Moslems sich so auffällig hüten, ihren glaubenskonform auf Unschuldige spezialisierten Massenmördern auch massenweise auf den Straßen öffentlich entgegenzutreten, sich damit also in ihrer Umma als Helfershelfer der Kuffar, der Ungläubigen, namentlich bekanntzumachen: Sie haben ihre Glaubensbrüder seit über tausend Jahren mehr zu fürchten als die Reaktionen der aufnehmenden Gesellschaften, denn für absolut todeswürdig gilt prinzipiell, mit Ungläubigen gegen Mitglieder der Umma gemeinsame Sache zu machen.

    Da der bisher Stärkere, die Gesamtgesellschaft, dieser für sie selbst lebensgefährlichen konstitutionellen Eigenart der eingewanderten Kultur nicht durch unnachsichtig religionssuppressive, dass heißt flagrante Glaubenssätze verfolgende Politik abgeholfen hat, obwohl der Islam evident und vielfach verfassungsfeindlich ist, wird es wohl zu spät und die erst vor kurzem begonnene Ghettoisierung Deutschlands nicht mehr aufzuhalten sein. Dazu noch die weitere Privatisierung der gemeinschaftlichen Aktivposten des Landes zur Intimzone der Kapitalistenklasse wie deren Socken und Unterhose vorangetrieben, das fünfzigjährige komparative Paradies einheitlicher Lebensbedingungen zerstört sowie den dauerhaften subkutanen Bürgerkrieg in einem sich verslumenden, gefährlichen Deutschland entfacht zu haben, werden spätere Generationen der heute Mächtigen zu gedenken haben.

    Während vor unserer Nase in den Städten Elende und Obdachlose auf offener Straße und unter zugigen Brücken unbeachtet vor sich hin verrecken – nicht entfernt sollten sich je seit dem zweiten Weltkrieg die Bürger so absichtsvoll an diese neue Grausamkeit der verantwortlichen Politik gewöhnen – bejammert das Fußvolk des Finanzkapitals, die bürgerliche Scheinlinke, lieber noch die übernächste Ausstülpung geschlechtlicher Lebensart als unterprivilegierte Minderheit, der zuerst und sofort ihre humanen Widmungen zu gelten hätten.

    Die fortwährend geäußerte Verachtung gegenüber der Unterklasse mit Verleumdungen wie Abgehängte, Verlierer, Überflüssige, White Trash verrät diese Scheinlinke als unbarmherzige Gegnerin der Arbeiterschaft, ihr Stolzieren im linken Spektrum als betrügerischen Aufzug des altbekannten Klassenfeinds.

    Dass bei der kleinsten Regung der wirklichen Rassisten, der Neonazis, erschreckenderweise nicht mehr sofort die Polizei kommt, wie weitgehend in der früheren BRD und in der DDR (jahrzehntelang durften sie mit offen faschistischen Äußerungen nicht das Maul aufmachen) hat seine Ursache in der ihnen zugedachten verdeckten Funktion: Ihre Protuberanzen dienen der Verleumdung sozialer Kämpfe durch die herrschende Klasse und als Verwarnung des Volkes durch seine scheinlinken Dompteure: »Ruhig, Brauner!« (Jakob Augstein)

    Die internationale Solidarität der Arbeiterklasse wird in der Arbeiterbewegung ausdrücklich als eine Internationale des Klassenkampfes verstanden und nicht des Almosens. Die moralischen Masturbationen unserer heutigen Scheinlinken in der Migrationsfrage, der Hilfe nur für die Allerstärksten entfernter Länder, sind vom Kapital ausdrücklich in Auftrag gegeben: Solidarität nicht als Teilen des Kampfes, sondern als Teilen des Bettels.

    Unsere Scheinlinken wohnen im Mastdarm der Herrschenden. Abgeprotzt sind sie das Fußvolk des unablässig Kriege führenden Kapitals, in Selbstrührung vergehend. Und siehe da, am Ende ist nur der Klassenfeind kein Rassist.

    Der schmutzige neoliberale Rassismusvorwurf ist das reißfeste Präservativ des Klassenkampfs.

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