Je weniger studieren, umso besser! Wie kommt Josef Pröll eigentlich darauf?

Wenn man sich die einzelnen Maßnahmen des zusammengeschusterten Budgetentwurfes ansieht, und wenn man sich da mal auf die Maßnahmen konzentriert, die ÖVP-Chef und Finanzminister Josef Pröll wichtig waren, dann kommt man zu folgendem Schluss: Die meisten haben vor allem den Sinn, möglichst einfach Geld ins Budget zu spülen und möglichst keine Umverteilungswirkung von Oben nach Unten zu haben.

 

Nur bei einem Bündel der Maßnahmen ging es dem Vizekanzler offenbar um Lenkungswirkung – bei den Maßnahmen, die die Universitäten betreffen. Da wurden Zugangsregelungen durchgesetzt. Und die Streichung der Familienbeihilfe über 24. Und. Und. Und.

Kurzum: Das ist das einzige zusammenhängende Bündel an Maßnahmen, bei dem ein steuerndes Muster zu erkennen ist. Und das lautet simpel: Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, die dazu führen, dass weniger Leute studieren und die, die studieren, nur einen unterqualifizierenden Bachelor-Abschluss machen.

Und da möchte ich, simpel, nüchtern und unaufgeregt einfach fragen: Wieso glaubt Josef Pröll eigentlich, dass es das Land weiter bringt, wenn weniger Leute eine höhere Bildung haben? Ich meine, wenn man sich mit soviel Verve dafür einsetzt, kann es doch wohl nicht nur um banale Finanzierungsprobleme gehen. Er muss ja eine Idee haben, warum ein Land, in dem man Hürden für höhere Bildung aufbaut, ein besseres Land ist. Ich würde das gerne verstehen, komme aber trotz intensiven Nachdenkens nicht drauf. Vielleicht könnte uns der Vizekanzler das einmal erklären.

5 Gedanken zu „Je weniger studieren, umso besser! Wie kommt Josef Pröll eigentlich darauf?“

  1. es ist ganz einfach: die vision des herrn pröll ist es, zustände wie in china zu schaffen. ein von den eliten befehligtes sklavenheer, das produziert und schuftet und dankbar alle almosen entgegennimmt, die ihnen die mächtigen gönnerhaft überlassen. almosen, die die sklaven eigentlich selbst produziert haben, und dann wieder von den eliten ‚zurückkaufen‘ müssen. und dabei schneiden sich die eliten eben einen immer größer werdenden teil ab. das kann nur funktionieren, wenn die gruppe der befehlshaber kleiner wird, oder zumindest gleichbleibt. deshalb muss man der ‚unterschicht‘ die möglichkeit nehmen, aufzusteigen, bzw. diese stark begrenzen und kontrollieren. Es bedarf einer immer stärkeren Trennung zwischen Sklaven und Eliten. Einfach um die bisherige Machtverteilung zu erhalten. Protektion eben. Und sollte jemand aus der schicht des minderen lebens tatsächlich studieren wollen, muss man ihn immer an der kurzen Leine halten. Er muss lernen und arbeiten, darf daneben keine Zeit haben, sich um politische oder gesellschaftliche belange gedanken zu machen. am besten schließt er mit einem berg von schulden ab, damit er auch danach viele jahre effizient und ohne zeit für nachdenken schuftet. Während die Elite natürlich auf den Privatuniversitäten sitzt. Der Ausbau dieser Privat-Unis ist letztendlich auch ein Ziel der jetzigen Strategie des Aushungerns der öffentlichen Unis. Die öffentlichen unis sollen in Zukunft auch nur noch Sklaven produzieren. Und die Bank gewinnt. Und die Bank heißt Pröll.

  2. an Till:
    der sogenannte „Massebetrieb“ gilt erstens nicht für alle Studiengänge.
    Zweitens:
    Indem man nur den geeignetsten Kandidatinnen die Möglichekit eines Studiums bietet, erhält man natürlich idr. immer nur die Besten „durchschnittlichen“ Leistungen,
    das aber wiederum nur während man einer anderen größeren Zahl an (möglichen Absolventen/) Menschen ihr recht auf freie Bildung verwehrt !
    …was für die Gesamtheit der Gesellschaft jedoch einen Mangel an Akademikern und deren Arbeitskraft beim „Land Weiterbringen“ bedeutet.
    ( … ein Super-Bauarbeiter kann trotzdem nicht die Arbeit von vier normalen erledigen)
    Drittens:
    Zum Glück gibt es zur Rettung der „klügsten Köpfe“ ja noch Privatuniversitäten
    aber am Bildungszugang für die Allgemeinheit sollte in einem Europa der Neuzeit nicht gespart werden
    find ich

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