Nein, die Wehrpflichtdebatte war nicht blöd


Rund 60 Prozent stimmten dafür, dass beim Heer alles beim Alten bleibt. War das das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe? Nein. Ist das tragisch? Auch nicht. Schon setzt sich der Common Sense durch, dass das eine ganz blöde Debatte war. Aber da muss ich meinen Einspruch formulieren und meinen Minority Report vortragen. Keineswegs war die öffentliche Diskussion flächendeckend dumm! Teilweise war sie sogar richtig prima. Und auch dort, wo sie schief und schräg verlief, tat sie das auf interessante und sogar positive Weise. Dass sich die ÖVP als soziale Gleichheitspartei präsentierte, der Solidarität und Gemeinwohl am Herzen liegt – na, wer hätte das denn für möglich gehalten. Und dass keine der beiden Seiten über den eigentlichen Sinn und die Aufgaben des Militärs diskutierte, zeigt ja auch, wie wenig Legitimation das Militärische in Österreich hat, oder umgekehrt: Wie pazifistisch unsere Gesellschaft geworden ist. Dass man das Militär nur mehr mit dem Zivildienst und Asisstenzdiensten beim Schneeschaufeln legitimieren kann ist ja nicht das schlechteste Zeichen, oder? Die Gesellschaft hat klüger diskutiert als die Politik. Und die Beteiligung zeigt, dass Instrumente direkter Demokratie funktionieren können. Und das ist, alles in allem, doch überwiegend positiv.


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