Schäubles Krieg gegen die Griechen: Business as Usual in der EU

Eine kleine Anmerkung zu den ganzen Aufregungen um den Showdown in der Eurogroup und den Krieg, den der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble gegen die Griechen führt. Nun, ich will ja die fatale Rolle der deutschen Regierung nicht runterspielen. Aber eines ist schon auch klar: Es ist in der europäischen Politik eben auch immer so, dass Kompromisse nicht eine Woche vor der Deadline, sondern in letzter Minute getroffen werden. Und bei extrem überladenden symbolischen Fragen ist es auch immer so, dass die Fachminister – in dem Fall: die in der Eurogroup -, den Konflikt bis zum Letzten ausreizen, bis die Regierungschefs dann am Ende im letzten Augenblick einen Kompromiss finden. Man kann das fatal finden, aber es ist letztlich das gewohnte Rule of the Game. Deswegen ist die Frage, wer da jetzt zu hoch pokert, wer hier am Ende einknicken wird, eine ziemlich müßige, solange man das Endergebnis noch nicht kennt. All die Voraussagen, wie es am Ende ausgegangen sein wird, haben etwas Lächerliches. Es war im Grunde genommen nie anzunehmen, dass es anders laufen würde als es eben jetzt läuft: Standoff bis zum letzten Augenblick und dann eben eine Lösung, die von den Staats- und Regierungschefs herbeimoderiert wird. Deswegen hat die tagelange Aufregung auch etwas Übertriebenes. So ist das in der europäischen „Diplomatie“ und alle beteiligten Seiten haben sich bisher an diese (zugegeben fragwürdigen) Rules gehalten. Jeder spielt für seine nationale Galerie, und Schäuble will seiner CDU-Basis zeigen, dass er ganz streng mit den Griechen ist, und die Syriza-Führung will ihren Bürgern und Wählern zeigen, dass sie bis zum letzten Moment um die Würde der Griechen kämpft. So rennt es halt. 

blogwert

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