José Bové – Präsidentschaftskandidat der Linken?

José BovéJosé Bové, der französische Bauernführer und Altermondialist, hat heute seine Kandidatur zur Präsidentschaft erklärt. Ein recht eigenwilliger Typ – um das mal nobel auszudrücken. Vor zwei Jahren habe ich ein Interview mit ihm geführt, in dem es eine, naja, sprechende Passage gibt:

Sie haben gesagt, der Mossad führt antisemitische Anschläge in Frankreich vielleicht selbst aus. Seither haben Sie die zweifelhafte Ehre, als linker Antisemit zu gelten. 

Ich habe das nicht so gesagt. Ich habe gesagt, dass so etwas in den fünfziger Jahre vorgekommen ist. Darum sollen wir sehr vorsichtig sein, vorschnell irgend jemanden die Verantwortung für antisemitische Akte zuzuschieben. Es war ein Fehler, das in einem Moment zu sagen, in dem sich jüdische Menschen wirklich gefürchtet haben. (Fortsetzung unten)

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Apercu zur Regierungsbildung

Eigentlich haben wir Fortysomethings ja gedacht, dass brillante und rebellische junge Leute schon länger die Sozialdemokratie eher unhip finden – und es solche deshalb in der SPÖ auch nicht gibt. Das schönste an der Regierungsbildung ist, dass sich solche jungen Leute jetzt reihenweise zeigen. Man denke nur an die ÖH-Chefin Barbara Blaha. Und in Linz gibt es die SJ-Vorsitzende Rebecca Kampl, die neuerdings ein Blog hat. In dem findet sich folgender, wunderbarer Satz: "Immerhin hat die SPÖ Nachverhandlungen angekündigt. Stellt sich die Frage, welches Ressort sie diesmal abgeben wollen." Chapeau!

 

„User Generated Content“

"Person of the year – You" – so das, mittlerweile schon berühmte, Cover des "Time"-Magazine zum vergangenen Jahresende. Alle, die die Netzwelt verändern seien die Personen des Jahres 2006. "User generated Content" ist das Zauberwort. Den dunklen Kontrast zum Time-Cover gab es dann kurz vor Jahreswechsel. Die Hinrichtung Saddam Husseins, aufgenommen mit einem Handyvideo, wurde zu einem Schlager im Internet.
Ganz ohne Paradoxie ist das nicht. Zu Lebzeiten schließlich wollte Saddam ein Großer auf der Weltbühne sein. …

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Das wird ’07 und das war ’06

Was kommt 2007? Drei Dinge sind klar: Fluch der Karibik 3, Harry Potter 7 und mein Buch über "Kulturalisierung der Ökonomie" im Herbst. Aber sonst? Was werden die Trends 2007? Mehr soziale Gerechtigkeit? Das chaotische Ende der Bush-Ära? Der Siegeszug von Web 2.0 – und bringt er die alten Medien in die Breduille? Der Start ins neue Fernsehzeitalter, wie es die "Zeit" gerade ausrief?

Ich bitte um zahlreiche, wenn möglich gut begründete Prognosen! (unter Comments unten)

Und was war 2006? Unterschichtdebatte. Natascha Kampusch. Hype um das Web 2.0. Die Wahlen in Österreich. Der Aufstand in Paris gegen die Prekarität. Neue Bürgerlichkeit. Der Kampf der Kulturen zwischen Karikaturenstreit und Papstrede. Und hier noch ein paar meiner subjektiven Highlights: Die Biographie des Gehirnforschers Eric Kandel und das neue Buch von Joseph Stiglitz, Peter Sloterdijk und der Zorn. Und der Aufstieg der Linken in Lateinamerika.

Happy 2007!

„Run Obama Run“

Mit George W. Bush als Lame Duck gewinnt das Rennen um die US-Präsidentschaftswahl übernächstes Jahr langsam an Fahrt. Neben Hillary Clinton gilt Barack Obama als der Star der Demokraten. Demnächst wird hier ein größeres Porträt Obamas zu finden sein. Für’s erste ein Hinweis auf ein älteres Stück hier und zwei Videoempfehlungen. Außerdem: Obamas legendäre Rede vor der Democratic Convention 2004 findet sich hier.

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Atheism Now!

Auf die neuesten Wendungen in der New-Atheism-Causa hat mich Klaus Taschwer aufmerksam gemacht. Neuerdings gibt es die Initiative "Blasphemy-Challenge", die atheistische Bekenntnisse sammelt und über YouTube veröffentlicht. Das hört sich dann so an: "My Name ist XY and I deny the Holy Spirit". Wer reinhören will findet die Videos hier. Zusätzliches Material, etwa TV-Berichte über die selbsternannte "Rational Response Squad" hat auch Richard Dawkins auf seiner Homepage.

Menschenrechts-YouTube

Die Untaten von Despoten, Paramilitärs und Folterern bleiben heute selten lange geheim – das ist die schöne Seite der technologischen Revolution. Nun wollen Menschenrechtsaktivisten aus New York eine ehrgeizige Idee verwirklichen: Mit einem Netzwerk, für das die modernen Video-Portale als Vorbild dienen, wollen sie Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt anprangern.

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Jetzt raus: Das neue Wespennest

Dieser Tage erschienen: Das neue Wespennest. Der Schwerpunkt heißt:

Orte der Globalisierung.

Zu lesen ist darin mein Essay:

"Simulierte Städte, sediertes Leben. Ein Versuch über die Shopping Mall."

Außerdem Beiträge von Robert Rotifer, Corinna Milborn, Wolfgang Müller-Funk u.a. Demnächst gibt’s den Essay natürlich auch hier – und zwar in deutsch und englisch.