Eine Unruhestiftung

Die Freunde von rebell.tv haben mir gebeten, eine Blattkritik ihres neuen Magazins zu machen. Hören kann man die hier.

Oder hier einfach lesen: 

Nachdenken darüber, wie wir denken, dass wir denken.

 

Warum denken wir eigentlich, wie wir denken? Oder besser: Wie wir denken, dass wir denken? Unserer Vorstellung von denkerischer Problembearbeitung liegt schließlich die Idee der Stringenz zugrunde: erst wird die Fragestellung geortet, dann werden alle Aspekte in deren Kontext sortiert, Widerstrebendes gegeneinander abgewogenen und am Ende hat man eine Lösung. In diesem Sinne haben wir unsere Politik organisiert: die Bürger wählen ein Parlament, das Interessen repräsentiert, das aber auch Intuitionen in verhandelbare „Inputs“ transformiert, diese mit Wissen sättigt – darüber erhebt sich eine Regierung, die dann informiert über Problemlösungen entscheidet. In diesem Sinne haben wir auch unsere Medien organisiert: Ein kluges Buch hat einen Anfang und ein Ende. So komplex es auch sein mag, es ist damit schon unterkomplex. Ein Nachrichtensendungsbericht imaginiert den uninformierten Zuseher, der zu Beginn der Sendung nichts oder wenig über ein Thema weiß und am Ende informiert ist. In all diesen Fällen setzen wir eine gewisse kognitive Geradlinigkeit voraus, ein Vorwärtsschreiten in eine Richtung, auf deren Weg wir Wissen schichtenweise übereinander türmen, bis wir genug wissen.

 

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Robert Misik auf der Leipziger Buchmesse

Freitag, 13. März 2009

17 Uhr Lesung und Gespräch „Politik der Paranoia“. Gespräch mit Peter Unfried (Stv. Chefredakteur der taz) Ort: taz-Stand Halle 5 D412

21 Uhr Lesung und Gespräch „Politik der Paranoia“. Gespräch mit Peter Unfried (Stv. Chefredakteur der taz) Ort: HALLE 5 e. V. im Werk II, Leipzig (Windscheidstraße 51, 04275 Leipzig).