Die Normalisierung des rechten Radikalismus

Normalisierung des rechten Radikalismus heißt, dass das, was bisher als unsagbar galt, gesagt wird, dass die Grenzen des Sagbaren und damit Vorstellbaren verschoben werden und dass zugleich das, was gestern oder vorgestern noch unsagbar war, schleichend zum Common Sense wird. Bevor die Dinge gesagt werden, sind das Dinge, die bis dahin, dass sie gesagt werden, als unsagbar gelten. Als unsagbar in dem Sinne, dass sie als ein Bruch mit demokratischen, pluralistischen oder sogar zivilisatorischen Prinzipien gelten. Aber indem sie gesagt werden hört das Unsagbare auf etwas Unsagbares zu sein. Das heißt nicht, dass das Unsagbare, das dann ein Sagbares wird, gleich mit Applaus ausgestattet wird, aber es hört doch auf ein Unsagbares zu sein. Und damit tritt sofort ein Gewöhnungseffekt ein, ein Gewöhnungseffekt, der unterstützt wird nicht nur von denen, die das Unsagbare, das zum Sagbaren wird, in allen Teilen unterschreiben, aber die dann herumdrucksen, dass man sich doch nicht aufregen solle, man empöre sich doch nicht dauernd, diese Erregung, diese Dauererregung, die geht doch nicht…

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