„Herrschaft der Niedertracht“ – das Video

„Herrschaft der Niedertracht. Warum wir so nicht regiert werden wollen“, kommt diese Woche in die Buchläden. Hier ein FS Misik Spezial – zwei Minuten Niedertracht.

Diese Streitschrift berichtet über eine Form des Regierens, aber auch über ein Klima, das ihm vorausgeht. Ein Klima, das einen Stil des Regierens gebiert, und das sich mit ihm zusammenbraut, zur Herrschaft der Niedertracht. Sie beleuchtet eine Sprache der Verachtung, einen Jargon der Gehässigkeit, die der Politik der Rohheit voraus gehen, von dieser aber dann auch wieder radikalisiert werden. Sie berichtet davon, wie sich Schleusen öffnen, eine nach der anderen, wie sich viel zu viele damit abfinden, wie sich viele anbiedern. Sie berichtet davon, wie plötzlich normal wird, was jüngst noch undenkbar war. Ja, sie klagt an. Sie berichtet von Ideologen, von Demagogen und von prinzipienlosen Karrieristen. Sie berichtet von den Trumps, den Salvinis, den Straches, den Kurz, den Orbáns und wie sie alle heißen.

Sie berichtet über das Land, in dem ich lebe, das von dieser Verhärtung der Hirne, der Herzen und Seelen, befallen ist, aber auch von anderen Ländern, die davon befallen sind, und von Ländern, die bedroht sind, davon befallen zu werden. Es ist ein Buch, das sich an meine Landsleute richtet, sie ermuntern will, zu sagen: dass wir so nicht regiert werden wollen. Aber es richtet sich auch an die Landsleute anderer Länder, denn hier könnt Ihr sehen, was Euch blüht, wenn ihr nichts tut.

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Herrschaft der Niedertracht. Eine Streitschrift.

Ab spätestens März ist mein neues Buch im Buchhandel:

„Herrschaft der Niedertracht – Warum wir so nicht regiert werden wollen“. 

Rezensionsexemplare können beim Picus-Verlag bestellt werden. 

Der Autor steht wie immer für Vorträge, Lesungen, Diskussionsveranstaltungen zur Verfügung. Kontakt: robert (at) misik.at

Orban, Trump, Salvini, Strache, Kurz, aber auch Duerte auf den Philippinen oder Bolsonaro in Brasilien uva. – die radikale Rechte zieht in Regierungen ein. Sie ist das Produkt einer Klimakatastrophe, aber zugleich auch deren Radikalisierung. Regiert wird im autoritären Stil: Diffamierung der Opposition, Diffamierung der Zivilgesellschaft, Diffamierung von Nichtregierungsorganisationen, Diffamierung von Medien und Journalismus.

Es ist die Herrschaft der Niedertracht, getragen von einer Sprache der Verachtung, die die Schleusen für alle geöffnet hat.

Hat für die FPÖ nur der Österreicher, der sich anstrengt, ein wenig Wohlstand verdient, der ominöse „Anständige“ (ein unbestimmter Kreis, aus dem man schnell ausgeschlossen ist), so ist umgekehrt für die ÖVP ein intaktes soziales Netz sowieso im Grunde nichts als ein Anreiz zur Bequemlichkeit, der abmontiert werden muss. Es ist eine Gefühlsrohheit, ein Lumpengeist, der es als „neue Fairness“ feiert, wenn Härte ins Leben anderer Menschen gebracht wird.

Sebastian Kurz verkörpert die Kapitulation der Bürgerlichkeit und ihrer Werte von Anstand, Höflichkeit, Moral, Tugend, Liberalität, von Verantwortungsgefühl, zumindest minimaler Wahrhaftigkeit und christlicher Mildtätigkeit vor einer autoritären Hartleibigkeit. Indem er keinen anderen erkennbaren politischen Willen hat als den, die Verkörperung des Zeitgeists zu sein, was nur ein anderes Wort für den Willen ist, an die Macht zu kommen und zu bleiben, nützt er die rechtsradikale Radaupolitik als Hebel und unterwirft sich ihr im selben Moment. Weil er den Rechtsradikalismus besiegte, indem er ihn kopierte, lieferte er das Land seinem Geist aus und machte sich zum Gesicht des autoritären Nationalismus, egal welche rosig gefärbte Geschichte sich dieser Meister der Ränke, Schliche und der pfiffig-schlauen Drehungen im Stillen über sich selbst wahrscheinlich erzählen wird.