Führungslos durch die Krise

Der Regierung ist die Lage entglitten. Sie ist nicht mehr in der Lage, einen Gemeinschaftsgeist zu schaffen. Das ist fatal.

Den Regierenden entgleitet die Lage, und zwar allen voran der Bundesregierung, aber natürlich auch den Verantwortungsträgern in den Ländern, den Gesundheitsämtern. Die Infektionszahlen schießen in einer exponentiellen Kurve nach oben. Exponentielles Wachstum heißt, dass es erst langsam hoch geht und einen dann sehr schnell eine Lawine begräbt.

Wir sind jetzt am Kippunkt der Lawine: Es sind so viele Menschen infiziert, dass sie das Virus an immens viele Menschen weiter geben. Das Contact-Tracing ist zusammen gebrochen.

Die Regierenden führen uns vor Augen, dass sie die Lage nicht im Griff haben. Das hat psychologische Auswirkungen. Wenn eine Gruppe von Menschen das Gefühl von Gefahr und Bedrohung hat, ist es wichtig, dass die Leute zumindest den Eindruck haben, irgendwelche Anführer wissen, was jetzt zu tun ist.

Da hilft aller Individualismus nicht, denn wir wissen, dass man in Extremsituationen nicht viel diskutieren kann. Tut jeder, was er will, entsteht am Ende Chaos. Es braucht Leute, die in so einer Situation das Kommando haben.

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Was die Demokratie von der Diktatur unterscheidet, ist, dass die „Chefs“ hier Kommandierende auf Zeit und durch Wahl in dieses Amt gekommen sind und dass sie im Grunde nicht durch Befehl und Drohungen führen können, auch wenn sie manchmal Verbote erlassen. Sie brauchen die Zustimmung der Regierten und zumindest ein breites Vertrauen.

Deswegen ist es einerseits wichtig, dass die Regierenden ihren Job ordentlich machen und man nicht dauernd nur überfordert auf neue Ereignisse reagiert. Und andererseits, dass die Kommunikation in sich schlüssig ist. Regierende, die dauernd reden, aber alle paar Wochen gegenteilige Botschaften verbreiten, werden irgendwann nicht mehr ernst genommen.

Wir haben also nicht nur eine der heikelsten Krisen unserer Geschichte, sondern dazu auch Regierende, die sichtbar die Kontrolle verlieren und auf deren Führungsfähigkeiten kaum jemand mehr vertraut.

Oder anders gesagt: Wir schlingern führungslos durch den Sturm.

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