Weltenbrand

Strategische und moralische Dilemmata im Umgang mit Putin und seiner Invasionsarmee.

Die Besorgnis nimmt zu, geht in Angst über, und auch in ein Erstaunen, wie schnell in unserer Welt alle gewohnten Gewissheiten verschwinden können. Vor ein paar Monaten war Krieg noch nicht einmal richtig vorstellbar, jetzt stehen wir an der Schwelle eines großen Weltenbrandes. Dass Wladimir Putins Militärmaschine Kiew sogar mit Raketen beschießen ließ, als der UNO-Generalsekretär auf seiner Diplomatiemission in der Stadt war, ist ein furchtbares Zeichen. Da hält sich jemand nicht einmal mehr an minimale Gepflogenheiten. Nicht einmal in den schlimmsten Phasen des Kalten Krieges wäre so etwas vorstellbar gewesen. Das bestärkt alle Zweifel, dass mit der russischen Seite noch so etwas wie rationale Gespräche möglich sind, und seien es nur Gespräche über einen Waffenstillstand und einen kalten Frieden, der sowieso kein Friede wäre, sondern eher ein „Nicht-Krieg“.

Die Lage ist auch so besorgniserregend, weil der Kreml einerseits militärische und geopolitische imperiale Interessen hat, die für sich genommen schon aggressiv sind (auch das ist eine frappante Differenz zum Kalten Krieg, in dem die Sowjetunion ja eher an der Aufrechterhaltung des Status Quo, aber nicht an dessen Veränderung interessiert war, was sie im Rückblick zu einem bequemen Gegenüber machte), er aber andererseits auch von einer zunehmend irrationalen, faschistischen Ideologie angetrieben ist.

Derjenige, der Gewalt nicht scheut, hat immer Drohpotential gegenüber jenem, der Gewalt vermeiden möchte – das gibt dem Schlägertypen stets eine Art von asymmetrischen Vorteil.

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Die Lage hat sich bisher deswegen in etwa so sortiert: Der Westen will um keinen Preis Kriegspartei werden, wegen der unabsehbaren Folgen bis hin zu einem großen Weltenbrand. Man unterstützt die Ukrainer bei ihrer Selbstverteidigung, aber mit angezogener Handbremse. Man hofft, dass die Ukraine sich einigermaßen zu wehren vermag und damit auch unsere Interessen verteidigt, nämlich eine Ausdehnung eines neuen imperialen Putin-Russland zumindest so stark zu bremsen, dass die Despoten-Kamarilla im Kreml von weiteren Expansionsgelüsten geheilt ist. Zugleich will man sich in den Krieg nicht hineinziehen lassen. Das ist alles richtig und verlangt eine Art Balancepolitik aus Entschlossenheit, moralischer Klarheit und dennoch Besonnenheit.

Was wäre auch die Alternative? Kriegseintritt des Westens auf Seiten der Ukraine, also ein Weltkrieg? Aber es wäre ja auch ein Weltkrieg ohne Kriegsziel, denn ein „Sieg-Frieden“, wie man das früher genannt hätte, ist ja gar nicht vorstellbar. Gegen einen nuklear bewaffneten Gegner kann es schwerlich einen „Sieg-Frieden“ geben. Sondern nur einen Verhandlungsfrieden.

Leider ist auch die „Besonnenheit“ eine asymmetrisch verteilte Tugend. Man hat den Eindruck, Putin sucht den Konflikt mit dem Westen. In Wirklichkeit sieht er sich seit Jahren schon in einem „hybriden Krieg“, in dem es keine formale Kriegserklärung braucht. Er wird jedes Mittel einsetzen, und zwar dann, wenn er es für angebracht hält. Er wird uns, beispielsweise, genau dann den Gashahn abdrehen, wenn er meint, dass das der richtige Augenblick für diese Eskalation ist. Es ist leider ratsam, die Lage mit klaren Augen zu sehen: die KGB-Truppe im Kreml ist bereit, alle Brücken abzubrechen. Für Restvernunft und einen Verhandlungsfrieden braucht es ein Gegenüber, und das gibt es im Moment nicht.

Ein Gedanke zu „Weltenbrand“

  1. Der Wladimir, der fladert mir die Ukraine weg und das noch dazu vor seiner Nase und der meinen obendrein. So ein Lauser, das denken sich wohl einige Herrschaften jenseits des Atlantiks, aber auch diesseits. Das Wehklagen entlang der Transatlantikkrücke will kein Ende nehmen. Freunde unter sich, eben.

    Auch im sog. Westen, wie sich dieser dann konkret ausnimmt, insbesondere die Menschen im Land, sitzen genauso wie in Kiew eben nicht die lieben Leute, beileibe nicht. Es beschleicht einen selbst zusehends der Verdacht, von denen sitzt wohl kaum einer auch nur irgendwo oder wie heißt es so schön, ‚Die Welt ist schlecht‘. Das ist sie nun einmal auch, insbesondere deren.

    Die sog. atomare Bedrohung seitens des Kremls war eine Antwort auf eine Andeutung der wie üblich weit abseits der Wahrnehmung der Öffentlichkeit agierenden Briten.

    Zusehends zeichnet sich eine zunehmende Dominanz an Partikularinteressen ab.

    Wie Yellen selbst hat verlautbart. Das Völkerrecht als Basis ist für jene, die nicht als Freunde angesehen werden, sondern für die Freunde gelten jetzt ‚unsere‘, wer auch immer WIR dann letztendlich ist, vermutlich ‚die lieben Leute‘ rund um den Globus. Die Menschen in Freundstaaten dürfen dann von U.S. Technologie überwacht, selbiges gilt vermutlich auch für das vermeintlich auf der Gegenseite stehende China bspw., auch weiterhin Güter an die Betuchten rund um den Globus liefern.

    Wie heißt es so schön, wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.

    Lt. Erzählung von Geflüchteten werden die Ukrainer seit ca. 20 Jahren von der U.S. Waffenindustrie versorgt und Soldaten ausgebildet. Der Verdacht, dass konsequent Stellvertreter für den Krieg gegen Russland in Stellung gebracht werden, der ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

    Auf der wirtschaftl. Ebene kann einer die Zeit Jelzins und dessen Übergabe an den Nachfolger als elastische Defensive verstehen und die vor Jahren begonnen Entwicklung auf der militärischen als nächsten Schritt.

    Jedes der NATO beitretenden Länder des Ostens muss mit den Russen Krieg geführt haben, sonst ist mit Beitritt nichts.

    Wer die baltischen Staaten lobt und deren Weg sich von der sowjetischen Altlast zu befreien, der wird wohl gegen einen solchen, hoffentlich gewaltfreien, Befreiungsschlag aus den Fängen der E.U. nichts haben, resp. den sog. EUropäern. Die E.U. will in Zukunft auch eine wes(en)tliche militärische Rolle spielen, aber mit den dorthin entsandten Vertretern.

    Wie der Olaf Scholz andeutete, die Zeitenwende hat begonnen 😉 Ein Revival der Babenberger ante portas? In den Geschichtsbüchern, gut ob es solche dann noch gibt, das steht in den Sternen, wird zu lesen sein, seit 2023 spricht man heutzutage vom Beginn der Auflösung Österreichs und der Ren(n)aisance der Babenberger Community in der Version/Auflage 4.0, welche das von Maria Theresia käuflich erworbene Gallizien zurückersunderte. Mit dem Heiraten war es im linklisliberalen Weltkommun(itar)istmus sowieso nicht mehr weit her und somit das Einigungsprojekt des Hause Habsburgs, eines unter vielen europäischen, endgültig gescheitert. Die Erkenntnis der Babenberger und verfeinert durch die Habsburger war eben, ein Zuviel Krieg über zulange Zeit ist auf Dauer zu teuer, deswegen lieber rammeln und die Kinder verheiraten. Wobei Vorsicht, die Geschichte wurde von Männern geschrieben. Die Sicht auf die Ergebnisse dieser Politik aus jener der verheirateten Frauen zeigt ein interessantes anderes Bild.

    Nicht nur besagter Karl wird sich dann im Grabe umdrehen und das wohl desöfteren.

    Scherzel, möchte einer denken.

    Aber die Polen wollen angeblich, sofern die Karten korrekt und authentisch sind, Gebiete des ehem. Großreichs Polen-Litauen bis zum Schwarzen Meer, jetzt nicht parteipolitisch in Österreich, von dem bald wohl eher eine Pfütze übrig bleibt und der Morast im Schlagloch zutage tritt und die Rumänen denken auch an eine Ausdehnung nach Moldawien und Transnistrien. Wer da überall wohl drinnen sitzt, liebe Leute eben, wie allerorts, aber eben nicht ganz.

    Schauen wir wie es weitergeht, aber ihre Artikelreihe wird lange, ihre Ahnen noch immer daran schreiben und sich desöfteren, ob des sich unüberschaubar ausnehmenden Informationsangebots, noch die Zähne an dem Thema ausbeißen.

    Tja, so begann das 21te Jahrhundert. Mir können die allesamt weitab des Blümchen vorbei rauschen und an mir obendrein.

    Mit solchen Spinnern gab ich mich mein Leben nicht ab und habe nicht vor dies in der Zukunft zu tun – GenX eben.

    Die Pam ist auch eine XerIn, die wird auch noch draufkommen was zu tun ist. Seeking for future in no future, das ist eben unser Metier und offensichtlich kamen wir doch in einer solchen an, wo auch immer.

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