Vorankündigung: „Die falschen Freunde der einfachen Leute“ – mein neues Buch erscheint Anfang November im Suhrkamp-Verlag

Wie sich die Werte der arbeitenden Klassen entwickelt haben und wie sie jetzt von falschen Freunden ausgenützt werden.

Die „einfachen Leute“ sind heute in aller Munde. Sie sind irgendwie von der Politik enttäuscht, manchmal auch wütend, fast immer haben sie das Gefühl, das sie kaum mehr vorkommen – und falsche Freunde geben sich als ihre Stimme aus, rechte Populisten oder gleich harte Rechtsextremisten. Aber wie ticken diese „einfachen Leute“ wirklich, die ja keine homogene graue Masse sind, sondern eine vielgesichtige Bevölkerungsgruppe, von der nicht einmal so genau klar ist, wer da jetzt dazu gehört. Darüber habe ich mir in meinem neuen Buch nicht nur Gedanken gemacht, sondern mich durch viele Studien, Befragungen, Dokumentationen gewühlt, aus Deutschland, Österreich, den USA, Großbritannien, Frankreich. „Die falschen Freunde der einfachen Leute“, heißt es, und es erscheint Anfang November in der Edition Suhrkamp. Vorankündigung: „Die falschen Freunde der einfachen Leute“ – mein neues Buch erscheint Anfang November im Suhrkamp-Verlag weiterlesen

Montag im Kreisky Forum: Lutz Raphaels bahnbrechende Studie über den „Abschied vom Malocher“

Das sollten sich vor allem Gewerkschafter*innen nicht entgehen lassen.

Es gilt jetzt schon als eines der wichtigsten Sachbücher des Jahres. „Selten nur kann man ein Buch finden, das so viel Wirklichkeit, die vor der Nase liegt, bewusst macht“, feierte Gustav Seibt in der „Süddeutschen Zeitung“ Lutz Raphaels „Jenseits von Kohle und Stahl“. Seibt: „Gäbe es noch eine intellektuell wache Sozialdemokratie, dies müsste ihr Buch sein. Es handelt von den Jahren, die wir kennen, und darum auch von einer Zukunft, die noch unbekannt ist.“

Raphael hat die Geschichte der vergangenen dreißig Jahre geschrieben, dieser Epoche, die wir oft viel zu lässig mit dem Begriff „Neoliberalismus“ zusammen fassen. Es ist die Geschichte des Abstiegs der Arbeiterklasse, die Geschichte des Strukturwandels, der ganze Industrien verschwinden ließ, des Aufstiegs neuer Arbeitsformen. Die Geschichte der Deindustrialisierung. Die krassesten Erscheinungsformen haben wir alle vor Augen: den Untergang ganzer Branchen, etwa des Kohlebergbaus in Nordengland, der Niedergang der Kohlereviere im Ruhrgebiet, der Werften in Norddeutschland, der stahlverarbeitenden Verstaatlichten Industrie in Österreich. Aber Deindustrialisierung ist viel mehr: Automatisierung und Rationalisierung im verarbeitenden Gewerbe und damit Arbeitsplatzverlust selbst in erfolgreichen Branchen. Rationalisierungsdruck, der stetig wirkt, sodass nahezu überall die Beschäftigten wissen, dass es bei der nächsten Runde auch sie erwischen kann. Entsolidarisierung, diese Haltung „ich kümmere mich nur mehr um mich selbst“, ist eine Folge davon.

Arbeitsmarktstabilität ist durch Instabilität ersetzt worden, und nicht nur für die eklatantesten Verlierer des Strukturwandels. Untergegangen ist auch eine Leitfigur der Arbeit, Raphael spricht vom „Abschied vom Malocher“.
Das Absurde ist: Wir alle durchleben diese Ära, aber die Geschichte dieser Zeit, vor allem die Geschichte der einfachen Leute, die unter die Räder kamen, ist noch nicht geschrieben.

Kommenden Montag stellt Lutz Raphael sein bahnbrechendes Buch im Kreisky Forum vor.

Montag, 23. September, 19 Uhr
Kreisky Forum, Armbrustergasse 15, 1190 Wien

Wie die „Aufklärung“ in Vergessenheit geriet…

…und warum das nicht gut ist.

Eine Kurzfassung dieses Textes erschien in Der Standard, 15. September 2019

Vor dreißig Jahren noch war „die Aufklärung“ ein großes Thema. Als historische Epoche war sie da zwar auch schon zweihundert Jahre alt, aber sowohl Intellektuelle als auch linke und linksliberale politische Aktivisten sahen sich in ihrer Tradition. Aufklärung unaufgeklärter Zustände, vernünftige Kritik unvernünftiger Umstände, das schien noch irgendwie ein großer Zeitstrahl zu sein, der mit den französischen Aufklärern begann, bei Kant und Hegel weiter ging – bei Kant mit dem legendären Diktum: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit… Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Die Fortsetzung erfuhr das in der deutschen Religionskritik und dann im Marxismus, der auf den Schultern von all dem stand. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung sah sich sowieso als Agentin der Aufklärung und ihrer Prinzipien von Rationalismus, Wissen, Umsturz aller Fürstenthrone und unbegründbarer Autoritäten – und damit des egalitären Prinzips –, und das ging sogar in ihre Bildsprache und ihr Liedgut ein. Die Welt sollte ins helle Licht der Vernunft gerückt werden. Kein sozialdemokratisches Plakat ohne Lichtstrahl. „Wissen ist Macht“ war die Parole, „der Sonne entgegen“ wurde gesungen. „Vernunft“ war eine selbstverständliche Vokabel in den Volksreden von Victor Adler und anderen.

Diese pathetische Verbindung mit der Aufklärung überstand noch die Vernunftkritik der „kritischen Theorie“, die nicht nur die „Fortschrittsidee“ zerlegte (die eng mit der Zuversicht der Aufklärer verbunden war), sondern in der „Dialektik der Aufklärung“ den Vernunftglauben selbst einer grau gefärbten Selbstkritik unterzog. „Die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils“, schrieben Adorno und Horkheimer. Rationalismus, als instrumentelle Vernunft pervertiert, kann zu simplem Nützlichkeits- und Effizienzdenken führen, mit seinen Prinzipien kann man auch Konzentrationslager betreiben. Wie die „Aufklärung“ in Vergessenheit geriet… weiterlesen

Die Dauerkrise des Wettbewerbs-Europas

Das Brexit-Votum vor drei Jahren war Ausdruck einer tiefen Enttäuschung der Bürger über die Europäische Union. Jetzt gibt es wieder etwas mehr Zustimmung. Aber die täuscht.

Die Zeit, 13. 9. 2019

Ein egozentrischer Premier, der sich zu einem harten Brexit durchtricksen will, vorzeitige Neuwahlen vom Zaun bricht, das Parlament in eine Zwangspause schickt; ein Parlament, das gerade noch ein Gesetz durchboxt, das einen harten Brexit verbietet; ein linker Labour-Oppositionsführer, der seit Jahren nur taktiert und hofft, irgendwie Neuwahlen gewinnen zu können; ein Austritts-Datum, von dem kein Mensch weiß, ob es halten wird. Großbritannien trudelt ins politische Chaos und segelt durch ein verfassungsrechtlich-institutionelles Nirvana. Nicht einmal obsessive Politjunkies sehen bei der Abfolge immer neuer Twists noch durch, und noch viel weniger ist vorhersehbar, welche Überraschungen um die nächsten Ecken warten können.

Aber bei all dem sollte man auch nicht vergessen, was uns vor drei Jahren überhaupt in diese Situation gebracht hat. Klar, die Briten waren immer besonders euroskeptisch, das gehört zur politischen Kultur dieser insularen Gesellschaft und ihrer Idee von „Britishness“. Aber zum Austritt konnte es nur kommen, weil diese antieuropäische Stimmung einen Kipppunkt überschritt. Und das war – und ist – bei weitem keine britische Sache allein.

Dass alles einfach nur so weiter geht, holpernd und scheppernd, ist in einer solchen Lage noch das Beste, was man erhoffen kann.

Vor fünfzehn, zwanzig Jahren war die Europäische Union noch allgemein ein Wohlstandsversprechen. Das sicherte ihr Legitimation. Übertragung von Souveränitätsrechten an eine supranationale Gemeinschaft neuen Typs, das ließ sich auch vor den nicht automatisch davon Begeisterten rechtfertigen, wenn damit mehr Wohlfahrt, mehr Prosperität verbunden ist und mehr Chancen für alle. Kurz gesagt: Wenn die Einkommen steigen, die Produkte günstiger werden und die Kinder überall studieren und arbeiten können – ja, warum wollte man dann dagegen sein? Die Dauerkrise des Wettbewerbs-Europas weiterlesen

Wettlauf der Opfer

Sebastian Kurz hat der FPÖ erst ihr Programm weggenommen, dann ihre Slogans und jetzt sogar die lange kultivierte Opferrolle. Reicht das, damit er Kanzler bleibt?

Etwas mehr als zwei Wochen sind es noch bis zu den vorgezogenen österreichischen Nationalratswahlen, die nach dem Bekanntwerden des Skandalvideos von Ibiza notwendig wurden. Zur Erinnerung: Bis dahin regierte eine Rechts-Ultrarechts-Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz und der FPÖ von Heinz-Christian Strache. Strache und sein Fraktionschef Johann Gudenus hatten in Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte versprochen, ihr Aufträge zuzuschanzen, wenn sie die Auflagenstarke „Kronen-Zeitung“ kaufe.

Strache trat daraufhin zurück, Sebastian Kurz löste die Koalition auf und wurde kurz danach selbst durch ein Mißtrauensvotum aus dem Kanzleramt gewählt. Seither regiert eine Übergangsregierung aus hohen Beamten. In den Umfragen liegt die konservative Volkspartei von Sebastian Kurz weit in Führung (31-36 Prozent), die Sozialdemokratie abgeschlagen (20-23 Prozent), die FPÖ erstaunlich stabil (19-21 Prozent), die Grünen schaffen mit 10-13 Prozent fix den Wiedereinzug und die liberalen Neos können auf bis zu 10 Prozent kommen. Das sind die wichtigsten Fragen, die sich im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen stellen: Wettlauf der Opfer weiterlesen

Schlammschlacht im türkis-blauen Sumpf

Die Kurz-Partie steckt im Finanzdesaster, täglich kommen neue Ungeheuerlichkeiten ans Licht. Die FPÖ wiederum muss hoffen, dass ihr beim Parteitag der Laden nicht um die Ohren fliegt, denn die Strache-Anhänger sind wütend ob der Treulosigkeit von Hofer & Co.

Können Sie sich noch an den „Fall Silberstein“ erinnern? Ich wette, Sie können das nicht. Gewiss, wann immer sie irgendein selbst verschuldetes Problem haben, wettern die Türkisen gegen irgendwelche „Silberstein-Methoden“, so dass sich bei den meisten Menschen eingeprägt hat, dass der Silberstein irgendwas Böses getan haben muss im letzten Wahlkampf. Zur Erinnerung: Silberstein hat mit drei, vier Leuten zwei Facebookseiten betrieben, auf denen die Konkurrenz schlecht gemacht wurde. Völlig hirnlos, da diese Facebookseiten auch kaum jemand gesehen hat. Dass all das völlig wirkungslos war, macht Silberstein natürlich nicht sympathischer. Es war die blödeste Idee von Christian Kern, diesem windigen Kerl einen Auftrag zu geben. Aber Silberstein hat nicht der ÖVP, sondern der SPÖ geschadet. Und zwar deshalb, weil jemand den gesamten Mailverkehr der SPÖ mit Silberstein in dunkle Kanäle geleitet hat, aus denen dann die Daten stapelweise an die Medien gingen. Das hatte viel mehr Wirkung als irgendwelche Facebook-Seiten.

Parteien, bei denen es nicht rund läuft haben oft Lecks, aus denen Interna in alle Richtungen dringen. Im aktuellen Wahlkampf wird immer deutlicher, dass es in der ÖVP Leute gibt, die offenbar verdammt sauer auf Sebastian Kurz sind. Es begann damit, dass die geheime Spenderliste der ÖVP (das Who-is-Who an heimischen Milliardären) an den „Standard“ gespielt wurde – und zwar die Spenden 2018 und 2019, also sehr aktuelle Daten. Und nun erhielt der „Falter“ offenbar die hochaktuelle Wahlkampf-Finanzplanung der ÖVP, aus der hervor geht, dass die Partei wieder bei der Budgetplanung trickst – und mit Vorsatz. Ob das kriminell ist oder ob diese schwindligen Buchungen gerade noch im Rahmen der Legalität sind, ist zur Zeit unklar.

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Die ÖVP behauptet, sie wurde gehackt. Kann man glauben, wenn man sehr gutgläubig ist. Schlammschlacht im türkis-blauen Sumpf weiterlesen

Österreichischer Museumspreis 2019 für das Museum Arbeitswelt in Steyr

Sie erinnern sich vielleicht ja noch daran: Im Museum Arbeitswelt in Steyr konzipierte ich gemeinsam mit Harald Welzer und dem großartigen Team des Hauses die neue Daueraustellung „Arbeit ist unsichtbar“. Der Reader zur Ausstellung erschien im Picus-Verlag und schaffte es damals sogar unter die Top-10 der deutschen Sachbuch-Bestenliste.

Nun kam eine noch größere Auszeichnung hinzu. Das Museum wird mit dem Österreichischen Museumspreis 2019 ausgezeichnet. Wegen der über 30jährigen Geschichte des Hauses, wegen der aktuellen Dauerausstellung und wegen der Rolle, die das MAW als regionales Zentrum der Begegnung, der politischen Bildung und des gesellschaftlichen Engagements spielt.

Ich freue mich sehr für die Kolleginnen und Kollegen und natürlich auch ein wenig für mich selbst, offensichtlich ist uns mit der neuen Dauerausstellung etwas gelungen, was Anerkennung findet.

Wenn Selbstliebe blind macht

Der Groschenroman über das türkise Wunderbaby sagt mehr über den Porträtierten aus, als man glaubt: Sebastian Kurz muss von geradezu entrückter Eitelkeit sein. Und es gibt um ihn herum offenbar niemanden mehr, der es wagt, dem Chef zu widersprechen.

Sebastian Kurz, Opferlamm vom Dienst, ist schier von Pech verfolgt: Erst Ibiza-Opfer, dann Opfer hinterlistiger Misstrauens-Abstimmer, dann E-Mail-Opfer, zuletzt angebliches Hacker-Opfer und nun auch noch Opfer einer Biografin, die sich an den Kanzler heran machte, sein Vertrauen erschlich und einen peinlich-schwülstigen Groschenroman über ihn schrieb.

Heinz-Christian Strache fiel auf eine Schauspielerin herein, die sich als Oligarchennichte ausgab. Sebastian Kurz auf eine Hobby-Schreiberin, die sich als Autorin ausgab.

Stellt sich nur die Frage, wie man so vom Pech verfolgt sein kann. Zumal eine kleine Google-Recherche schon ausgereicht hätte, um jedem klar zu machen: Nur Finger weg von dieser Frau, deren Social-Media-Verhalten schon, nunja, eigenwillig ist, und deren Webpage von Angebereien zum Fremdschämen nur so strotzt. So gibt sie sich als ehemalige „Managing-Editor“ von „profil“ aus. Blöd nur, dass bei „profil“ noch nie jemand von ihr gehört hat.

Heinz-Christian Strache fiel auf eine Schauspielerin herein, die sich als Oligarchennichte ausgab. Sebastian Kurz auf eine Hobby-Schreiberin, die sich als Autorin ausgab.

Womöglich verrät die Tatsache, dass Kurz auf eine solche Hochstaplerin hereinfallen konnte, mehr über das „System Kurz“ als man zunächst glauben würde. Da ist einmal die Eitelkeit. Wir können davon ausgehen, dass die Hagiografin Sebastian Kurz ausreichend gebauchpinselt hat, ihm schöne Augen machte und ihm stets spiegelte, wie toll sie ihn finde. Liebe macht ja nicht nur insofern blind, als der Verliebte blind für die Schwächen des Angebeteten ist. Es funktioniert auch umgekehrt: Der Angebetete, der sich geschmeichelt fühlt, wird blind für die Eigenartigkeit der Verehrerin. Weil er sich ja selbst so sieht wie die Person, die ihn anhimmelt – oder sich gerne so sehen mag. Da blendet man dann gerne aus, dass das Gegenüber irgendwie „Dings“ ist. So wie wenn man sich mit viel Wodka-Red-Bull um vier Uhr Morgens das Gegenüber schön säuft, wenn grad kein anderes zur Hand ist.

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In einer funktionierenden Partei mit Fehlervermeidungskultur müsste es freilich auch noch Kontrollmechanismen geben – oder einfach Leute – die den Anführer in so einer Situation warnen. Ihn auf den Boden der Realität zurück holen. Ganz offensichtlich gibt es solche Leute rund um Sebastian Kurz nicht mehr. Ist es wirklich so, dass sich das System Kurz schon nach weniger als zwei Jahren an der Regierungsspitze durch einen eingebunkerten Anführer auszeichnet, der sich nur mehr mit Ja-Sagern umgibt, die es nicht mehr wagen, den Chef zu warnen und ihm die Wahrheit ins Gesicht zu sagen? Es spricht vieles dafür.

Insofern, aber nur insofern, sagt uns die lächerliche Kim-Jung-Kurz-Biografie vielleicht doch etwas über den Porträtierten. Aber etwas anderes, als die Biografin und der Biografierte beabsichtigt haben.

Das holpernde Defensivspiel von Sebastian Kurz…

…und andere Blogposts des vergangenen Monats. Für den Fall, dass Du etwas versäumt hast, hier ein Verzeichnis der meistgelesenen Beiträge seit August.

Der Baumeister des Roten Wien. Zum 150. Geburtstag von Karl Seitz

Let’s Zwist Again. Was ist dran an der These von der zunehmenden Polarisierung?

Unser alltäglicher „Kommunismus“, ohne dem der Kapitalismus gar nicht existieren könnte.

Horte Dir einen Kanzler!

Das Märchen von der „Tugenddiktatur“ und den „Verbotsaposteln“

Kapitalismus verdirbt den Charakter!

Vom gekauften Kanzler zum Ladenhüter

Hoffnung wählen! Bei den Parteien fehlt es an Botschaften, für die man sich begeistern kann.

Schlanker Staat? Blöde Idee!

Fang den Wähler! Wie die bisherigen Oppositionsparteien dem türkisblauen Block Stimmen abluchsen können.

Der Krieg gegen die Armen

Wie „Moral“ zum Schimpfwort wurde

Die Proletarier haben nichts zu verlieren außer ihr Schnitzel

Sollen die Armen doch in Villen ins Grüne ziehen!

Der jämmerliche Geisteszustand des zeitgenössischen Liberalismus

Wie wütend sind die „einfachen Leute“?

Sebastian Kurz und die Medien – eine Entfremdung

Rendi-Wagner: Im Schlafwagen ins Kanzleramt?

Die ganze Welt als Feind – warum sich Sebastian Kurz echt als Opfer sieht.

Sebastian „das Opfer“ Kurz macht gerade Fehler am laufenden Band

Die Klimakatastrophe – auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit

Das wirkliche Problem der Roten

Pamela Rendi-Wagner kämpft wie eine Löwin und gewinnt von Tag zu Tag mehr an Profil. Ihr Hauptproblem hat sie geerbt: Wenn man die Menschen fragt, wofür die SPÖ steht, müssen sie lange nachdenken.

Viele Leute fragen: Warum kommt die SPÖ in den Umfragen nicht wirklich vom Fleck. Nun muss man dabei einschränkend sagen, dass Umfragen nur Umfragen sind, und die haben sich schon häufig als krass falsch herausgestellt. Auch heute weiß man nicht, wie die Dinge wirklich liegen: Liegt die SPÖ bei 20 oder 23 Prozent, vielleicht sogar bei 25?

Aber ein paar Dinge weiß man natürlich. Die ÖVP ist sicherlich im Augenblick deutlich voran auf Platz eins. Sebastian Kurz hat sich zu einer „Marke“ gemacht, und die „Marke ÖVP“ klar mit sich selbst verbunden – was übrigens ein Problem wird, wenn die Marke Kurz abstürzt. Die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner musste unter eher ungünstigen Umständen in den Wahlkampf starten: Sie war erst ein paar Monate im Amt, ganz generell sahen die Bürger und Bürgerinnen sie nicht automatisch als eine „Kanzlerin“ an. Die Partei funktioniert auch nicht wie ein gut geöltes Räderwerk.

Dennoch ist Rendi-Wagner das Atout der SPÖ: Sie ist neu im Betrieb, gehört nicht seit ewig zur politischen Apparatschik-Klasse, kommt in der direkten Begegnung herzlich rüber und hat als Gesundheits- und Sozialpolitikerin ein klares Profil als eine mitfühlende Person.

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Das Grundproblem der SPÖ ist, dass die wenigsten Menschen heute wissen, wofür die Partei steht. Gewiss, sie ist eine 130 Jahre alte Partei, die immer die Partei der „einfachen Leute“ war. Dass sie damit so irgendwie für „soziale Werte“ steht wissen auch Leute, die sich nicht für Politik interessieren. Aber ein scharfes Profil ist das noch lange nicht. Parteien stehen dann gut da, wenn Wähler keine Sekunde zögern müssen, um zu sagen wofür eine Partei „steht“.

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Der Baumeister des Roten Wien

Karl Seitz war Victor Adlers „bestes Pferd im Stall“ und als Bürgermeister des Roten Wien eine Zentralfigur des europäischen Sozialismus. Heute wäre er 150 Jahre alt geworden.

Schon in den frühen 1890er Jahren schrieb Victor Adler, der legendäre Gründer der österreichischen Sozialdemokratie, an Friedrich Engels: „Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich mich selbst beinahe überflüssig gemacht habe.“ Adler hatte stets die sozialistische Bewegung nach Talenten abgesucht und sich brillante Mitarbeiter gesucht, bis er, wie er später an Bebel schrieb, „eine ganze Zahl ganz prächtiger Leute“ beisammen hatte, Otto Bauer etwa, Karl Renner und andere. Über Karl Seitz schrieb er einmal, dieser sei das beste Pferd „in meinem Stall“. Dieser Karl Seitz sollte eine Zentralfigur des europäischen Sozialismus werden, nämlich der legendäre „Baumeister des Roten Wien“ – und ist dennoch beinahe vergessen. Heute würde er seinen 150. Geburtstag feiern.

Geboren wurde er als Sohn eines leidlich wohlhabenden Brennstoffhändlers, der aber früh verstarb. Die Mutter konnte die Kinder kaum durchbringen, weshalb Seitz im Waisenhaus aufwuchs, weil da wenigstens Essen auf dem Tisch garantiert war. Er machte eine Schneiderlehre und weil er intelligent und talentiert war, ergatterte er ein Stipendium für das Lehrerseminar. Schon als Abgänger seines Jahrgangs tat er sich als kämpferischer Schulreformer hervor und hielt als Jahrgangssprecher einer radikale Rede vor den erzreaktionären Schulautoritären, womit er gleich mit einem dicken Minuspunkt ins Berufsleben startete. Danach engagierte er sich in der progressiven Lehrerbewegung, machte als mitreißender Redner auf sich aufmerksam und zog als einer der ersten sozialistischen Abgeordneten in den niederösterreichischen Landtag und den Reichsrat ein. Im Zirkel der wichtigsten Parteiführer war er der geerdete „Mann aus dem Volk“, aber zugleich Bücherwurm, der Goethe auswendig lernte, Kant studierte und immer akkurat gekleidet auftrat, schließlich hatte er ja eine Schneiderlehre hinter sich. Später werden ihn die Wiener ihren „schönen Karl“ nennen. „Durch seine warme, strahlende Liebenswürdigkeit und durch seine eiserne Unbeugsamkeit“, habe er die Herzen der Menschen gewonnen, schrieb das sozialistische „Kleine Blatt“ später zu seinem 80. Geburtstag. Der Baumeister des Roten Wien weiterlesen

Ein flotter Dreier bei der Paartherapie

Die Brandstifter als Anbiedermänner: Ich will Kanzler werden. Ich will Innenminister werden! Ich will nicht dass Du Innenminister wirst! Ich will unbedingt Vizekanzler werden! Nimm mich, nimm mich. NIMM MICH!!!

FS Misik Folge 595: 
Der, der dauernd Verleumdungen und erfundene Gerüchte streut,
wissen’s eh, der Prinz der hohlen Phrasen,
der Justin Bieber der Hofratswitwen,
der, der dauernd behauptet, er würde sich am Anpatzen nicht beteiligen.
Der, der nur knapp eine Verleumdungsklage und damit eine wahrscheinliche Vorstrafe abwenden konnte,
das ist der – der einzige! – , der sich in zwei Wahlkämpfen schon zwei einstweilige Verfügungen eingefangen hat.
Sebastian Kurz und die Wahrheit, oder, wie der Volksmund sagt:
Die Geschichte einer langjährigen Feindschaft.

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