FS Misik Folge 42: Faymanns Eier. Eine Kochstunde.


Man kriegt Mitleid mit den Reichen, die das täglich essen müssen. Werden nun die organisierten kriminellen Tierschützer auf den Videoblogger Jagd machen? Wird er in einen Topf mit Fürnkranz und Kleider Bauer geworfen? Im Ernst: Einer Mehrwertsteuersenkung ist auch aus sozialpolitischer Sicht einiges abzugewnnen. Aber blöde Schmähs machen sie sozial nicht treffsicherer. Plus: Die besten Wahlvideos aus dem Internet. Otto Tausig singt für Alexander van der Bellen.
Wieder einmal der unfreiwillige Chefkomiker: Unser Willi Molterer.

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FS Misik Folge 41: Molterers dunkles Geheimnis


Madonna vergleicht McCain mit Hitler und Pol Pot, Obama dagegen mit Ghandi und John Lennon. McCain dagegen meint, dass Obama eher so wie Britney Spears und Paris Hilton ist. Eine ausbaufähige Idee. Wem ähnelt Wilhelm Molterer, der unaufällige Österreicher mit Kleinstadttugenden? Und mit wem würden Sie Werner Faymann spontan assoziieren?
Allerdings: Was den österreichischen Wahlkampf betrifft, ist das wahre Grauen in den Kellern des Internet verborgen. Sehen Sie sich die Videos an, die SPÖ und ÖVP auf Youtube verräumt haben. Vor allem die Filme der ÖVP präsentieren einen Wilhelm Molterer, die wie die gemeine Persiflage eines Komödianten auf Molterer wirkt. Aber er ist echt, und es ist kein Witz, sondern ernst gemeint! Kein Wunder, dass die ÖVP mit jedem Wählerkontakt ihres Spitzenkandidaten in den Umfragen weiter abstürzt.

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FS Misik Folge 40: Die Frau – das neueste Sozialproblem


Man hat es nicht leicht als Frau. Die Frauen haben nichts als Karriere im Kopf und kriegen keine Kinder mehr, liest man. Dann schlägt man die nächste Studie auf und was liest man da: Irgendwann im Leben haben die Frauen nur Kinder im Kopf und hängen die Karriere an den Nagel. Auch nicht gut. Also: Was sie machen, sie machen es falsch. Sie sollen erfolgreich sein, aber wenn sie es sind, dann kriegen sie keine Männer mehr – so lautet wiederum die These der New York Times Kolumnistin Maureen Dowd. Und überhaupt sollte man sich das – egal, ob Mann oder Frau – mit den Bindungen überlegen: Wer gebunden ist, der ist nicht mehr flexibel und taugt nichts für die neoliberale New Economy. Der Single ist im Liebesleben das, was im Berufsleben der Freelancer ist. Die politische Ökonomie der Liebe – ein Verlustgeschäft.

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FS Misik Folge 39: Das Böse – Eine kleine Philosophie von „The Dark Knight“


Ein Film, der die großen philosophischen Fragen stellt: Wie können die Guten gut sein? Dürfen die Guten auch Böses tun? Und was ist die Größe des Bösen? „The Dark Knight“, der neue Batman-Blockbuster, stellt sie. Indem der jung verstorbene Heath Ledger seinen „Joker“ als Dämon, als nihilistischen Anarch, als Verkörperung des absoluten Bösen ins Zentrum des Films spielt, wirft er auch die Frage nach der Faszination des Böses auf. Von dessen Intensität lassen wir uns gerne Fesseln. Angesichts dessen muss man geradezu fragen: Wieso ist eigentlich soviel Moral in der Welt? Nachdenken über Kino, oder: Kino zum Denken.

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FS Misik Folge 38: Der neue kalte Krieg


Nach dem kurzen, aber brutalen Krieg in Südossetien beginnt jetzt die Schlacht um die Deutung des Geschehens: Nationalitätenkonflikt? Imperiale Aggression Russlands? Georgische Provokation mit amerikanischer Unterstützung? Beginn eines neuen Ost-West-Konfliktes? Je nach Perspektive ist mal Russland der „Aggressor“, der das kleine Georgien überfiel – oder der Westen der Zündler, der die Nato-Außengrenzen bald an drei Stellen bis nach Russland verschoben hat. Im Baltikum, in der Ukraine und auch in Georgien. Dennoch: Man soll eine spannungsreiche Rivalität der großen Mächte auch nicht mutwillig herbeireden. Russland ist, ebenso wie China, an einer Kooperation mit dem Westen interessiert und hat bisher jedenfalls die Westorientierung seiner einstigen Vasallen hingenommen – mit Murren zwar, aber doch.

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FS Misik Folge 37: „Kanzlerkandidat Haider“ – Einfach komisch, einfach Jörg

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Haider ist wieder zurück – als BZÖ-Obmann, womöglich wird er diese Woche zum „Kanzlerkandidaten“ ausgerufen. Bei Haider war das ja nie so klar, ob der mehr zum Lachen oder mehr zum Fürchten ist. Unterdessen ist das ja entschieden bei ihm. Aber es gibt da einen ganzen Politikertypus: den des – meist rechten – Exzentrikers: Berlusconi, Haider, Blocher, Schill, Bossi, der ermordete Fortuyn. Sie alle eint, dass ihnen verziehen wird, was bei anderen bloß lächerlich wirken würde und dass sie Dinge sagen können, für die jeder normale Mensch im Handumdrehen für verrückt befunden würde. Ihr Programm ist ihr „Ich“ und sie haben ihre narzistische Persönlichkeitsstörung in Politik verwandelt. Wenn es Aufwärts geht mit ihnen, nennt man das Charisma. Wenn sie politisch am Ende sind, dann können aber auch Politiker in ihre Fußstapfen treten, die das Charisma eines Besenstiels haben. Raten Sie mal, wer damit gemeint ist…

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FS Misik Folge 36: Heidemania – ist Heide Schmidt unser Obama?

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Weil viele diesmal wirklich ratlos sind, wen man denn noch wählen kann, löst die Rückkehr von Heide Schmidt in die Politik ein großes Aufatmen aus. Schmidt punktet mit betonter Nüchternheit, die nur ein Pathos kennt, das Pathos der Besonnenheit – hat aber dennoch auf ihre Art Charisma. Bloß kauft man mit ihr halt auch das LIF mit – und das hat den Charme einer WU-Abschlussparty. Was sonst noch schön war diese Woche: Westenthaler wird verurteilt, zu einer Haftstrafe auf Bewährung. Auf Bewährung! Ob der sich bessert? Aber was, wenn er sich nicht bewährt? FS-Misik hat da schon eine Idee…

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FS Misik Folge 35: Obamania – Alles nur ein Hype? Obamania – Nothing but a Hype?


FS-Misik sendet diesmal aus Berlin, wo eine viertelmillion Menschen dem designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten zujubelte. Aber in die Begeisterung mischen sich auch schon skeptische Stimmen. Obama würde doch eh nichts ändern – die USA bleiben, was sie sind. Der schwarze Senator werde sich schon arrangieren mit den „herrschenden Kräften“. Klingt realistisch, aber warum ist dieser Realismus von Mieselsucht so verdammt schwer zu unterscheiden. Möglich, dass uns Obama enttäuschen wird.
Ebenso möglich aber, dass er uns nicht enttäuschen wird. Depressive Keppler jedenfalls haben die Welt noch nie verändert. Und übrigens: Haben die Keppler nicht auch ganz sicher gewusst, dass Obama nie die demokratische Nominierung schaffen wird? In dem Hype um Obama steckt mehr Weisheit als im abgeklärten Realismus derer, die vielleicht Wirklichkeitssinn haben, aber nicht eine Prise Möglichkeitssinn. Hat jemand eine Antidepressivum für die ewigen Schwarzseher?

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FS Misik Folge 34: McCain heißt Krieg

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George W. Bush wird abtreten. Und nach ihm kommt nur Besseres nach, so die allgemeine Ansicht. Aber was, wenn John McCain das Rennen um das Weiße Haus gewinnt? Der ehemalige Vietnamkriegs-Held ist seit mehr als zehn Jahren Verfechter einer aggressiven, imperialen Außenpolitik. Das Präventivkriegskonzept hat er noch vor George W. Bush entwickelt. Die Chefideologen der Neokonservativen haben nicht zufällig im Jahr 2000 McCain unterstützt und nicht Bush. „Bomb, Bomb, Bomb Iran“, hat McCain gesungen. Gut, das war nur ein Scherz. Aber einer, bei dem einem das Lachen möglicherweise bald im Hals stecken bleibt.

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FS Misik Folge 33: Warum die ÖVP die Wahlen wohl verlieren wird

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Die ÖVP ist schon in Feierlaune. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass das Kalkül der Volkspartei aufgeht und sie demnächst wieder den Kanzler stellt? Daran darf man getrost zweifeln. Jetzt geht es zunächst einmal darum, wem die Wähler die Schuld am Debakel der Großen Koalition geben. Der SPÖ, wegen ihres internen Chaos? Oder der ÖVP, weil sie eineinhalb Jahre alles blockiert hat und nur darauf aus war, ihren Koalitionspartner zu demütigen? Bei der sozialdemokratischen Basis, die unter Gusenbauer völlig demotiviert war, herrscht jedenfalls schon wieder Kampfesstimmung vor. Spitzenkandidat Werner Faymann wird das zu nützen wissen. Denn dem kann man viel kritisch nachsagen, aber eines hat ihm noch niemand vorgeworfen: dass er ungeschickt ist. Gut möglich also, dass am Abend des 28. September der Verlierer der Wahl die ÖVP ist

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FS Misik Folge 32: Wie Konservative denken (wenn sie denken)

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Konservative sind für den Wirbelwind des freien Marktes, aber für die Bewahrung traditioneller Werte, sie sind für den Schutz des ungeborenen Lebens, wollen die Sache beim geborenen Leben aber oft nicht so eng sehen, sie sind für die „Freiheit“, kommen aber schnell mit Verboten, wenn der Sittenverfall droht. Man könnte denken, dass das also ziemlich verwirrte Leute sein müssen. George Lakoff, eine US-Kapazität am Feld der Cognitive Linguistics, widerspricht: Menschen denken nicht rational, sondern in metaphorischen Modellen. Und dem konservativen Weltbild liegt das Modell des „strengen Vaters“ zugrunde, eines Vaters, der die Familie zusammenhält, der bestraft und belohnt und Disziplin durchsetzt, damit seine Kinderchen im harten Wind des Wettbewerbs überstehen können. Seine Botschaft: Linke können von Konservativen lernen, wie man ein solides Weltbild um einander widersprechende Positionen zimmern kann.

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FS Misik Folge 31: Enteignet Dichand!

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Wo im SPÖ-Statut ist eigentlich die Rolle der Parteiorganisation „Kronen-Zeitung“ geregelt? Sitzt Dichand auch im Koalitionsausschuss? Klar, es gibt genug Gründe für Kritik am Lissabon-Vertrag und dass man EU-Verträge so formuliert, dass man dann auch Volksabstimmungen über sie gewinnen kann, wäre auch kein Fehler. Aber darum geht es nicht beim Faymann-Gusenbauer-Brief an den „Krone“-Chef. Er ist ein Kotau vor der Macht des autoritären und volksverdummenden Monarchen des Boulevards. Und wenn dieser eine Marktmacht hat, die die Demokratie gefährdet, dann gibt es in einer demokratischen Republik nur eine vernünftige Reaktion darauf: Beschränkung dieser Marktmacht. In zivilisierten Ländern geht das, nur in Bananenrepubliken nicht. Und was bei Mr. Microsoft möglich war, wird doch wohl beim Krone-Opa auch möglich sein, oder?

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